von Gast am 11.04.2003, 06:02
Huhu, Jana!
Safran ist das teuerste Gewürz der Welt, angeblich mit ca. 4 Euro pro Gramm. Ich kopier Dir noch was Interessantes über Safran hier rein:
Seitdem Safran gehandelt wird, wird er auch gefälscht - es wäre naïv, anzunehmen, daß sich im 20. Jahrhundert daran plötzlich etwas ändern sollte. Die Möglichkeiten zum Betrug sind vielfältig: Eine grobe Täuschung ist etwa das Verkaufen von Pflanzen, die mit Safran gar nichts zu tun haben - gefärbte Grasspelzen, Färbersaflor oder Ringelblumen (Calendula) sind dabei offensichtliche Kandidaten; auch die irreführende Bezeichnung von Curcuma als "Indischer Safran" grenzt an Betrug (immerhin gibt es in Indien auch eine Safranproduktion). Oft wird echter Safran auch mit solchem Material gestreckt, oder man verkauft Kunden, die das starke Aroma von gutem Safran nicht kennen, überalterte, zu stark getrocknete oder schlecht gelagerte Ware. Selbst große Gewürzfirmen verkaufen mitunter Produkte, die zwar von der richtigen Pflanze stammen, aber gar kein oder fremdes Aroma aufweisen. Letztlich wird Safran auch noch oft künstlich beschwert, indem man ihn mit Öl oder Glycerin bedampft (der süße Geschmack des Glycerins läßt sich einem einfältigen Kunden sogar noch als besonderes Qualitätsmerkmal verkaufen).
Safrankauf ist also Vertrauenssache. Niemals sollte man sich dazu hinreißen lassen, gemahlenen Safran zu kaufen: Nicht nur, daß das gemahlene Gewürz rasch an Wert verliert, ist es auch noch wesentlich schwerer auf Verfälschungen zu untersuchen; somit liegt bei gemahlenem Safran immer der Verdacht nahe, der Verkäufer habe etwas zu verbergen. Kein respektabler Händler verkauft Safranpulver!
Safran ist unter den Gewürzen auch darin einmalig, daß seine wichtigsten Inhaltsstoffe wasserlöslich sind; man kann daher die Narben über Nacht in Wasser einweichen, filtrieren und die erhaltene Flüssigkeit zum Würzen verwenden, wodurch man eine sehr reine und homogene Farbe erzielt. In Indien und Persien zerreibt man das Gewürz dagegen lieber mit einem Eßlöffel Milch und läßt eine halbe Stunde stehen; danach hat die Milch die Farbe eines Eidotters angenommen und wird über den bereits fast fertig gekochten Reis gegossen (wodurch eine inhomogene, fast marmorierte Färbung erreicht wird) oder der bereits fertigen Süßspeise zugesetzt. Die trockenen Safranfäden sollte man dagegen nicht direkt verwenden: Der Grund für diese komplizierten Vorschriften ist, daß man Safran höchstens ganz kurz kochen darf, ohne daß sein Geschmack in Mitleidenschaft gezogen wird; um trotzdem eine gute Verteilung des Aromas in der Speise sicherzustellen, müssen seine Aromastoffe daher zuerst in Flüssigkeit aufgelöst werden.
In sehr hohen Mengen ist Safran ziemlich giftig und kann sogar Fehlgeburten auslösen; wegen des hohen Preises scheinen Safranvergiftungen allerdings nur sehr selten aufzutreten. Als tödliche Dosis benötigt man einige Gramm besten Safrans.