von ibagangie am 11.05.2006, 15:53
Und hier kommen allgemeine Tipps zur Blütenverwendung.Viel Spaß wünscht euch
Gabi
Sommerliche Blüten für den Winter - so wird´s gemacht!
Mit Eiweiß und feinkörnigem Zucker
Blüten zum Überzuckern sollten aus einem naturnah bewirtschafteten Garten kommen und somit frei von Pestiziden sein.
Überzuckerte Blüten - zum dekorieren und zum Naschen
in einer Schale wird ein Eiweiß mit einem EL Wasser leicht verschlagen; vorsichtig wird die Blüte mit einem Pinsel vollständig bestrichen und anschließend mit dem Zucker bestreut; auf einem überzuckerten Pergamentpapier werden die fertigen Blüten zum Trocknen abgelegt; (ca. 1-3 Std.); die Blüten sehen dann aus, als wären sie mit Reif überzogen; im luftdichten Glas sind sie mehrere Wochen haltbar;
Zucker aromatisieren
(mit stark duftenden Kräutern der Rosen) - zum Aromatisieren von 225g Zucker braucht man ca. 60g frische Kräuter oder30g getrocknete Blüten; Kräuter und Zucker in ein Schraubglas geben; ca. 2 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen; gelegentlich schütteln; wenn sich das Aroma auf den Zucker übertragen hat, dann entfernt man die Blüten und lagert den Zucker in einem luftdichte Gefäß; Verwendung: zum Überstäuben von Selbstgebackenem, Pfannkuchen oder Waffeln
Blüten einfrieren
Dies ist eine beliebte Art, Kräuter zu konservieren, da sie rasch und einfach ist. Doch sie eignet sich nur für wenige Blüten, selbst diese sollten noch in der Knospe stehen. Eine ideale Blüte zum Einfrieren ist die Taglilie. Nach dem Pflücken, falls nötig, kalt abspülen und Trockentupfen. Blüten einzeln auf Tabletts ausbreiten, ohne dass sie sich berühren und tiefkühlen. Die gefrorenen Blüten in Plastiktüten füllen und beschriften.
Blüten in Eis
Für leichte, fruchtige Longdrinks mit oder ohne Alkohol sind Blüten in Eiswürfeln eine wunderschöne und originelle kühlende Zutat. Im Frühling eignen sich Veilchen, Gänseblümchen und Schlüsselblumen besonders gut dafür. Aber nur die Veilchen geben Duft und Aroma an das Getränk weiter. Zum Aromatisieren dürfen auch noch ein oder zwei Triebe Waldmeister zugegeben werden. Auch die zarten Blüten von Kirschen, Birnen und Äpfeln sowie deren Zierformen lassen sich in den Kälteschlaf versenken. In der heißen Jahreszeit können Kräuterblüten und Rosen in Eis die sommerlichen Getränke kühlen. Besonders schön sind die himmelblauen Blütensterne von Boretsch mit ihrem kühlenden Gurkenaroma, aber auch kleinblütige Rosen wie die lilarosa, Mozart" mit weißem Auge oder die karminrote, Robin Hood". Natürlich können die Blüten auch ohne Eis das Getränk verzieren. Nach dem trüben Winter aber erfreuen uns die zarten Blüten ganz besonders: der Frühling en miniature im Glas!
Blüten konservieren
Das Konservieren von Blüten für kulinarische Zwecke ist nicht schwierig, denn meistens gehen es nicht darum, die Blüte selbst oder den Duft zu konservieren, sondern ihren Geschmack. Pflanzen blühen nur einmal im Jahr und diesen Moment mischte man einfangen, um länger davon zu profitieren. Herkömmliche Trocknungs- und Gefriertechniken sind zum Konservieren des Blütengeschmacks oft nicht anwendbar. Aus diesem Grund bevorzuge ich Butter, Öl, Gelee und Sirup, worin sich «las Blütenaroma entfalten kann. Am besten lassen sich ganze Blüten kandieren.
Blüten trocknen
Beim Trocknen, da möchte ich gleich drauf hinweisen verlieren die Blüten ihre frische Farbe und ihre einzigartige Struktur. Wollen Sie es dennoch ausprobieren, sollten Sie einige grundsätzliche Punkte beachten.
Der Platz zum Trocknen muss dunkel, warm, trocken und gut belüftet sein, wie etwa:
1. Ein geöffneter Backofen bei niedriger Temperatur
2. Ein trockener Schrank
3. Ein Tellerwärmer geht auch
4. Ein trockener, dunkler Raum
Die Temperatur sollte gleichbleibend 21- 33 °C betragen. Wenn Sie den Backofen benutzen, sollten Sie die Blüten auf ein Stück mit Löchern versehenes Packpapier legen und regelmäßig kontrollieren, ob den Blüten die Temperatur nicht zu hoch ist. Bei anderen Trocknungsmethoden werden die Blüten in einer Schicht auf Tabletts oder Trockenrahmen ausgebreitet und mit Musselin oder einem Netzstoff bedeckt. Dann werden sie an einem luftigen Ort aufgestellt. Die vom Gemüsehändler verwendeten, flachen Holzkistchen sind ideal, da sie stapelbar und dennoch luftdurchlässig sind. Während der ersten 2 Tage müssen die Blüten mehrmals von Hand gewendet werden. Eine weitere Methode besteht darin, die Blüten zu kleinen Sträußen von 8 bis 10 Stiem zusammenzubinden und an einer Kleiderablage in einem luftigen, dunklen Zimmer aufzuhängen, bis sie trocken sind. Sie sollen aber die Sträuße nicht zu fest binden, damit sie gut und gleichmäßig trocknen können. Die Trocknungsdauer ist unterschiedlich und hängt ganz vom Pflanzenmaterial ab. Werden Blüten gelagert, bevor der Trocknungsprozess abgeschlossen ist, nehmen sie wieder Luftfeuchtigkeit auf und verderben rasch. Die Blütenblätter sollen spröde und hart sein, sich leicht zwischen den Fingern zerbröseln lassen, ohne bei der geringsten Berührung zu zerfallen.
Blütenessig
Blütenessig ist - wie Blütenöl - sehr einfach zuzubereiten. Es ist eine echte Bereicherung für Saucen oder Marinaden. Weißweinessig verändert durch das Erhitzen mit den Blüten oft seine Farbe. Kapuzinerkresseblüten schenken ihm eine warme Golorange, die Blüten roter Rosen färben ihn rosarot und Schnittlauchblüten gehen ihm einen hellen Lavendelton.
450ml Weißweinessig 4-8 EL Blütenblätter
3 bis 4 Wochen stehen lassen, dann durch ein Sieb gießen und in eine dekorative Flasche füllen. Mit einer frischen Blüte deren Zweig dekorieren. Dies kann auch mit kaltem Essig gemacht werden: einfach fest verschlossene Flaschen mit Blüten, die mit Essig bedeckt sind, auf ein sonniges Fensterbrett stellen. Einmal täglich schütteln und nach 2 bis 3 Wochen den Geschmack und Aroma testen. Bei zufrieden stellendem Ergebnis durch ein Sieb gießen, den Essig in eine andere, saubere Flasche füllen, mit einer Blüte dekorieren und beschriften.
Blütengellee
Falls in Ihrem Garten viele Apfelbäume wachsen, ist dies die beste Möglichkeit, das Blütenaroma bis in den Winter hinein zu konservieren. Ein Glas Blütengelee ist stets ein köstliches und willkommenes Geschenk.
Blütensirup
Blütensirup ist äußerst vielseitig und ideal für Fruchtsalate, Sorbets und alle anderen Desserts, zu denen Sie aromatischen Sirup verwenden können.
Etwa 4 450-g-Gläser
1,75kg Kochäpfel, gewaschen, gewürfelt und ohne Kerngehäuse 1,751 Wasser 1 kg Zucker 6 große, ganze Blüten (Holunder,Süßdolde) 8-16 EL Blüten oder Blütenmischung, je nach Geschmack 4 EL Zitronensaft, 300ml Wasser 450g Kristallzucker, grob oder fein 8-16 EL Blütenblätter oder ó ganze Blüten, z.B. Holunder oder Süßdolde
Äpfel mit Wasser in einem großen Topf mit Deckel zum Kochen bringen und köcheln lassen, bis die Äpfel weich und breiig sind. Das dauert je nach Apfelsorte ca. 20-30 Minuten.
Blütenzucker
Für 4 Personen 350g Kristallzucker, grob oder fein 8-16 EL gehackte Blütenblätter
Zucker und Blüten in der Küchenmaschine oder mit dem Mixer gut verrühren. Den Blütenzucker in ein Glas füllen, gut verschließen und 1 Woche stehen lassen. Dann Zucker und Blüten sieben und luftdicht verschließen. Sie können abwechselnd Zucker- und Blütenschichten einfüllen, wie ich es mit dem Lavendelzucker gemacht habe. Er sieht wunderschön aus, ist jedoch nicht sehr praktisch, denn wenn Sie den Zucker zum Kochen verwenden, kann Ihnen passieren, dass Sie in Ihrem Schaumgebäck plötzlich eine große Blüte vorfinden! Übrigens, die oberste Zuckerschicht schmeckt wundervoll!
Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Hitze reduziert und unter ständigem Rühren den Zucker zugeht. Sobald er sich aufgelöst hat, Blütenblätter zugeben und unter gelegentlichem Rühren leicht kochen, bis ein Sirup entsteht. Das dauert ca. 8 Minuten. Wenn Sie keine Blütenreste mögen, den Sirup durch Musselin oder ein feines Sieb filtern. Den klaren Sirup in saubere Gläser füllen, abkühlen lassen und gut verschließen. Gekühlt ist der Sirup bis zu 2 Wochen haltbar.
Liebe Grüße von
Gabi