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Kräuter trocknen

Moderator: kug-team

Beitragvon Dudelhuhn am 21.05.2005, 18:21

Hallo,

da das mit der Sonne ja noch nicht so klappt: kann mir vielleicht jemand sagen, ob man Kräuter im Backofen trocknen kann und wenn ja, wie? Ich habe jede Menge Zitronenthymian, den ich trocknen muß...
Viele Grüße,
Kerstin
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Beitragvon ibagangie am 23.05.2005, 15:44

Liebe Kerstin!!

Ich habe mir vor 2 Jahren einen Dörrapperat zugelegt, da wir auch viel zum Trocknen haben ( Pilze, Kräuter, etc.)Damit bin ich sehr zufrieden!!

Hier habe ich mal was für Dich gegoogelt :

Im Backofen oder Dörrgerät trocknen Kräuter am schnellsten, da sie die Temperatur konstant halten. Bevor Sie sich für den Herd entscheiden, prüfen Sie mit einem Thermometer, ob Ihr Backofen sich auf niedrige Temperaturen ( 40-50°) einstellen lässt.
Mikrowellenherde eignen sich nicht zum Trocknen. Selbst auf niedriger Stufe eingestellt (300 Watt), verdampfen bei Kräutern 90 % der ätherischen Öle. Werden sie dagegen drei Stunden bei 50° im Backofen getrocknet, gehen 15% verloren.
Backbleche blockieren die Luftzirkulation und sind deshalb weniger empfehlenswert als Roste, wo die Luft frei zirkuliert. Oft ist man jedoch auf die Bleche angewiesen. Heute sind sie meist beschichtet; legen Sie sie trotzdem mit Butterbrot- oder Backpapier aus. Ganz besonders wichtig ist dies bei Aluminiumblechen!
Auch auf den Rosten trennt man das Obst durch eine Schicht Backpapier vom Metall, denn die Fruchtsäuren greifen das Metall an, was nicht nur auf Apfelscheiben schwarze Streifen hinterlässt und einen metallenen Geschmack. Einzig auf Holzrosten darf das Obst ohne trennende Papierschicht trocknen.
Ideal zum Dörren sind Heißluftherde, wo man problemlos zwei, drei Bleche oder Roste übereinander einschieben kann. Bei den anderen Backöfen funktioniert das nur, wenn man die Tür einen Spalt offen stehen lässt, damit die feuchte Luft aus dem Ofen entweicht.
Wer viel trocknet, wird sich bald daran stören, dass die Backröhre über längere Zeit blockiert ist. Der Kauf eines Dörrgerätes lohnt schon bei kleineren Mengen. Es benötigt weniger als 0,5 m2 Platz und trocknet mehrschichtig. Da das Dörrgut auf den oberen Gittern langsamer trocknet als das auf den unteren, sollte man ab und zu die Reihenfolge wechseln.

Gut zum Trocknen eignen sich würzige oder stark duftende Kräuter wie Bohnenkraut, Liebstöckel, Majoran, Oregano, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian, Zitronenverbene. Zitronenmelisse zum Beispiel verliert getrocknet viel an Aroma. Dill, Petersilie, Schnittlauch friert man besser ein. Schnell trocknen die Blütendolden des Holunders, die einen wirksamen Tee gegen Erkältungen liefern.
Die Blütenköpfe der Ringelblume benötigen etwas mehr Zeit, man kann aber auch die schmalen Zungenblüten abzupfen. Diese sind im Nu trocken. Ringelblumen enthalten viele Flavonoide und ergeben einen kräftigenden, schweißtreibenden Tee. Mit seinem betörendem Aroma erinnert getrockneter Lavendel mitten im Winter an sonnigere Zeiten. Die stark duftenden Sträußchen kann man auch ins Badewasser hängen, um nach einem anstrengenden Tag zu entspannen.

Kräuter an einem sonnigen Tag am späten Vormittag oder am frühen Nachmittag ernten, wenn der Wassergehalt am geringsten und die Konzentration an ätherischen Ölen am höchsten ist.
Duftsträuße bündeln und sie kopfüber an einem schattigen, trockenen, luftig warmen Ort (Schuppen, Speicher) aufhängen. Würzkräuter trocknen mit oder ohne Stängel auf dem warmen Dachboden (Fenster öffnen, bei Gewitterregen schließen), im Dörrgerät oder Backofen bei etwa 30°. Einige Male wenden. Sobald sie in den Händen bröseln, werden sie in Papiertüten oder Schraubgläser gefüllt, trocken und dunkel aufbewahrt.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen!!!

Liebe Grüße sendet Dir

Gabi


P.S.: Hier noch ein link

http://www.naturverstand.at/archiv/text ... rkons.html

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: ibagangie am 2005-05-23 17:17 ]</font>
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Beitragvon Dudelhuhn am 25.05.2005, 16:47

Hallo Gabi,

vielen Dank für deine Antwort.

Einen Dörrapparat werde ich mir für meine paar Kräuterchen wohl nicht anschaffen, ich werde also weiterhin auf die Kraft der Sonne vertrauen und das beste hoffen....
Viele Grüße,
Kerstin
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Beitragvon Ben am 15.06.2005, 10:34

Am Wochenende war bei der ARD Ratgeber Heim & Garten - den Text dazu habe ich Dir mal kopiert:

Kräuter ernten
Während Rosmarin eigentlich die ganze Saison über geerntet werden kann, bietet die Zeit kurz vor der Blüte generell den besten Zeitpunkt für die Ernte von Kräutern, so Marlene Hannen, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Moylander Kräutergarten. Da Pflanzen beim Eintritt in die Blühphase ihren Stoffwechsel verändern, verändern sich auch der Gehalt und die Komposition der ätherischen Öle und somit der Geschmack. Selbst geerntete Kräuter sollten unbedingt dunkel und luftig getrocknet werden. Außerdem ist die Gefahr von Schimmelbildung nicht zu unterschätzen – nur sorgfältig getrocknete und aufbewahrte Kräuter sollten verwendet werden.
Rosmarin, Salbei und Thymian werden als ganze Sträuße aufgehängt. Blüten brauchen allgemein etwa ein bis drei Wochen Trockenzeit, während Früchte länger trocknen. Hier empfiehlt sich ein Trockenschrank.

Wer Wurzeln erntet, muss höhere Temperaturen anwenden (50 bis 60 Grad Celsius). Dies geht beispielsweise im Backofen, wobei regelmäßiges Wenden wichtig ist. Bei Baldrian darf die Wurzel nicht abgebürstet, sondern nur gewaschen werden, da sich die Inhaltsstoffe in der dünnen Rinde befinden.
Konservieren von Küchenkräutern
Von Dirk Holterman

Aus dem ARD-Archiv:
Die Gewürz- und Duftkräuter im Garten lassen sich auch im späten Herbst noch nutzen. Nichts muss unnötig im Garten verbleiben - die besten Zweige werden abgeschnitten und gesammelt: Lavendel, Dost, Thymian, Majoran, Salbei oder Pfefferminze.
In der Küche wird sortiert, was konserviert, getrocknet oder für ein eigenes Kräuteröl oder einen Küchenessig verwandt werden kann. Dazu bieten sich vor allem die duftstarken und aromatischen Kräuter wie Thymian, Salbei, Dost oder Lorbeer an. Ein paar Knoblauchzehen und eine Pepperoni kommen hinzu, dann das Glas mit gewöhnlichem Küchenöl oder Essig aufgießen, je nach Wahl der Kräuter lassen sich so verschiedene Geschmacksrichtungen festlegen.
Das klassische Trocknen - kleine Bündel kopfüber an warmen Stellen aufgehängt - bietet sich für die härteren Kräuter an. Die Blätter der Pfefferminze z.B. werden dagegen besser auf mit Papier ausgelegten Holzbrettchen getrocknet. Nicht zuviel übereinander, sonst könnte die Ernte schimmeln.
Professioneller, aber keineswegs effektiver, lassen sich spezielle Trockensiebe nutzen. Wichtig ist nur, dass ausreichend Frischluft an die Kräuter herankommt. Malven- oder Kamillenblüten, Schachtelhalm, ja selbst die Blüten der eigenen Gartenrosen lassen sich getrocknet für diverse Tees nutzen.
Aber bitte nur in Leinensäckchen und nicht in verschlossenen Gläsern aufheben. So ist Schimmel zu verhindern.
Was gut durchgetrocknet ist, lässt sich schließlich für allerlei Duft- und Aromasäckchen nutzen. Im Schrank gegen Motten, unter dem Kopfkissen zum besseren Einschlafen oder als aromatisches Potpourri zur Luftverbesserung. Ein rundes Stück Stoff und dem Duftspender sind keine Grenzen mehr gesetzt.
Bleibt schließlich noch die letzte und für viele die beste Art der Konservierung: in Alkohol als Magenbitter oder anregender Früchtelikör.

Namen einiger Pflanzen, die sich für den Ansatz eignen:
• Die typischen Küchenkräuter für Öle und Essig wie Thymian, Dost oder Rosmarin.
• Auch andere Kräuter sind geeignet, wie Labkraut und Mädesüß.
• Für einen Magenbitter: Beifuß, Wermut, Löwenzahn, Schafgarbe, Wegerich.
• Für Liköre: Alle Heckenfrüchte wie Schlehe, Weißdorn, Hagebutte, Berberitze.
• Schließlich lassen sich auch einfache „Schau“-Gläser mit filigranen Gräsern erstellen. Eingelegt in verdünntem Alkohol oder Essig - ideal als Blickfang auf sonnendurchfluteter Fensterbank.

LG Angelika
Ben
 
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