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Ein Link zum Weinen

Moderator: kug-team

Beitragvon hermine am 21.09.2006, 23:26

Ein Links zum Weinen

http://www.metro24.de/cftemplates/lib/m ... T_PID=6786

Eine neue Verkaufsmasche von Metro und teilweise völliger Blödsinn .

Mein Bekannter, Küchenchef eines 5 Sterne-Hauses auf Madeira, hat ihn für mich interpretiert, was ich Euch nicht vorenthalten will.


Wenn man sich diese "Tipps" mit gesundem Menschenverstand durchliest, man bedenke, das dies für Gastronomen geschrieben wurde um sein TK-Wildfleisch massiver an den Mann zu bringen, dann stellen sich mir die Haare über soviel Ignoranz und Halbwissen zu Berge.

z.B.: Gerichte mit Wild werden in der Gastro-Szene immer beliebter. Denn Wildbret ist Wellness-Food: (Man höre und staune)
Es ist mager, leicht verdaulich und reich an wertvollen Mineralstoffen. Wild ist so fettarm, dass es beim Braten schnell austrocknet. Damit es trotzdem zart und saftig bleibt, umwickeln Küchenchefs das Fleisch mit Speck.
(Die Küchenchefs, die ich kenne, lassen das ihre Lehrlinge machen)
Bei diesem so genannten Bardieren bindet der Profi die Speckscheiben mit Küchengarn fest.(wozu binden?)
Vorteil: Die feine Faserstruktur des Fleisches wird - anders als beim Spicken - nicht zerstört. (durchs Speckfestbinden?)
Eine Viertelstunde vor Ende der Garzeit wird der Speck entfernt, so kann der Braten bräunen. (So ein Schmarrn, das Fleisch wird grundsätzlich vorher scharf angebraten, um das Austreten vom Bratensaft schon von Anfang an zu verhindern, wer das nicht macht, kann sich das Bardieren auch gleich schenken)
Das früher übliche Spicken wird heute fast nicht mehr praktiziert. Denn durch das Einstechen werden die Fleischfasern zerstört, der Saft tritt aus und das Wildfleisch trocknet leicht aus.
(Stimmt, wenn man gegen die Faser spickt. Wird allerdings mit der Faser gespickt, kann überhaupt nichts passieren)

Wildbret: Vier Tipps für die "gekonnte" Zubereitung

1.) Ob frisch oder tiefgekühlt: Wildfleisch von Reh oder Hirsch ist ein Hochgenuss. Die Auftauzeiten bei tiefgefrorenem Wildbret hängen von der Größe des Stückes ab. Nach dem Auftauen das Fleisch kurz mit klarem Wasser abspülen und mit Küchenkrepp abtupfen.

(Das wichtigste am Wild ist eben der Auftauprozess.
Blöd von mir und meinen Kollegen, in der Jagdsaison auf frisches Wild zurückzugreifen)

2.) Hat das Bratenstück noch seine Außenhaut, schneiden Sie diese am besten mit einem scharfen Messer ab. Das macht den Braten zarter.

(Wenn die Außenhaut noch dran ist, dann hat der Metzger schlampig gearbeitet. Aber, dass durch das Entfernen dieser Braten zarter werden soll ist eine tolle Theorie. Ich entferne sie selbstverständlich, wer ist schon gerne seinen Braten in der Gummihülle?)

3.) Wenn Sie das Fleisch nicht mit Speck bardieren möchten, können Sie folgenden Trick anwenden: Legen Sie das Fleisch einige Stunden in eine leicht gesalzene Brühe. Dann saugen sich die oberen Zellschichten mit Flüssigkeit voll und geben diese beim Braten ab. Der eigene Fleischsaft bleibt erhalten.

(Achtung, dieser Schuss geht gewaltig nach hinten los! Ihr könnt euer Wildfleisch gerne beizen, das macht ja auch Sinn, aber hier sprechen wir vom pökeln. Wer sein Fleisch aber gerne furztrocken mag, der soll halt den Speck weglassen und es so machen)

Wild immer gut durchgaren! Machen Sie den Test per Fingerdruck: Gibt das Fleisch nicht mehr nach, ist es durchgegart. Oder stechen Sie mit der Nadel hinein, der austretende Saft darf nicht mehr rosa sein.

(Bei Wildgeflügel logisch, aber meinen Reh oder Hirschrücken hätte ich gerne schön rosa und saftig, wenn
dieses hervorragende Fleisch grau durchgebraten serviert wird, dann hat nicht nur der Koch versagt, sondern auch der Kellner, der so etwas auch noch serviert.)
Ich frage mich leider immer öfter, ob ich nicht den falschen Beruf gelernt habe, denn solcher Stuss wird langsam zur Regel.
Fazit: das sind ganz schön "teure" Tipps.



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<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: hermine am 2006-09-29 18:37 ]</font>

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Beitragvon Tinune am 29.09.2006, 16:25

Hallo Hermine !
Da muß ich Deinem bekannten aber gründlich widersprechen ! Man muß Wild nicht mit Speck traktieren. Da ich Speck überhaupt niemals essen würde, jeder Mensch hat so seine persönlichen Abneigungen, koche ich niemals mit Speck ! Aber meine Wildgerichte schmecken trotzdem prima. In einem meiner Kochbücher steht dazu : Heutzutage bereitet man Wild nicht mehr mit Speck zu, der Geschmack ( von Speck) ist viel zu penetrant und übertönt den Wildgeschmack. Dem kann ich nur zustimmen, ist nicht böse gemeint, aber Wild wird ohne Speck nicht furztrocken !
Ein Freund hat im letzten Winter festgetsellt, daß sich mein Hirschgulasch durchaus mit dem messen kann, welches er 2 Wochen vorher in einen Sternerestaurant gegessen hat, darüber habe ich mich sehr gefreut !
Liebe Grüße Susanne
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Beitragvon hermine am 29.09.2006, 17:43

Hi Tinune,

du hast übersehen, daß suich das furztrocken auf das einlegen in leicht gesalzenem Wasser bezieht. Und gespicktes Fleisch wird nur dann trocken, wenn es in die falsche Faserrichtung gespickt wird.
Ich persönliche spicke auch nie, aber Wildfleisch decke ich beim Braten immer mit
grünem, also ungeräuchertem Speck ab. Der wird ja auch nicht gegessen.
Ween ich Schmorbraten zubereite entfällt natürlich das bardieren.
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Beitragvon Tinune am 30.09.2006, 17:58

Hallo Hermine !
Also ich benutze niemals Speck, ich weiß nicht aus welchem Grund, aber ich ekle mich vor dem Zeug. Bei Kochrezepten, wo er angeblich unentbehrlich ist, wie z.B. Spaghetti Carbonara, benutze ich fettfreien rohen Schinken. Aber wenn es irgendwie möglich ist, suche ich mir Rezepte ohne diese Zutat. Und da gibt es eine Menge, die auch prima schmecken, auch bei Wild.

Liebe Grüße Tinune
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Beitragvon Tinune am 30.09.2006, 18:01

PS: Ich esse auch kein Essen, wo Speck drin war, man ihn aber rausgenommen hat. Also könnte ich es auch nicht so machen, wie Du mit dem grünen Speck, geht garnicht. Menschen sind halt manchmal komisch ( damit meine ich mich :wink:).
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Beitragvon hermine am 30.09.2006, 18:24

Hallo Tinune
Das macht nichts wenn man "komische" Koch- und Eßgewohnheiten hat. :lol:

Jeder Mensch hat einen anderen Geschmack, deshalb gibt es auch sooo viele Rezepte.
Unser aller Glück !!

lg hermine
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Beitragvon Springwoodmanor am 05.10.2006, 21:51

Hallo Hermine,
ich mache sehr oft Wild, Wildschwein, Hirsch, Reh, sogar Elch,mag aber keine Hasen, Kaninchen und Wildgeflügel, d.h. ich esse überhaupt kein Geflügel, und auch keine Stallkaninchen.
Da esse ich nicht mal Soße oder Hühnerbrühe.
Ich lege Wildfleisch ab und an in Rotwein oder Buttermilch ein, beize aber manchmal auch trocken.
Was ich im Gegensatz zu Dir nicht mag ist, wenn das Wild noch rosa ist.Mag lieber das -wie Du schreibst - graue , durchgebratene.
Ich habe das mal beim ARD Buffet gesehen, dass man Wildfleisch unbedingt gut durchgaren soll.
Bei mir ist es nicht trocken.
Ich denke, es liegt auch am Stück Fleisch, ob es gut abgehangen ist und entsprechend
zubereitet wurde. Ich salze z.B. auch grundsätzlich jeden Braten erst nach dem Garen.
Herzlichst
Marlies
Manche wollen glänzen, ohnen einen blassen Schimmer zu haben
(Heinz Erhardt)
Marlies
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