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Das Gartenjahr / Obstgarten

Moderator: kug-team

Beitragvon Siggi am 26.08.2004, 19:29

September

Wenn der Holunder reift, hat der Herbst unweigerlich begonnen. Im Obstgarten biegen sich die Äste, es ist Apfel- und Birnenzeit! Neben den frühen Sorten wie' James Grieve' und 'Gravensteiner' oder 'Clapps Liebling' und 'Williams Christ' steht nun auch mittelfrühes Obst zur Ernte an.

Ableger von mehrmalstragenden Erdbeeren
Mehrmalstragende Erdbeeren fruchten zum ersten Mal im Juni, den größten Erntesegen bringen sie aber von August bis zum Frost. jetzt haben sich kräftige kleine Ableger bewurzelt, die Sie abnehmen sollten, damit die Mutterpflanze entlastet wird. Wer will, wählt die kräftigsten aus, um ein neues Beet damit zu bestücken. Zuvor muß der Boden dort besonders mit Nährstoffen angereichert werden, denn mehrmalstragende Erdbeeren bringen das ganze Jahr über Spitzenleistungen, die zehren. Zu empfehlen sind Thomasphosphat und Kalimagnesia (100 g pro m2 tief eingarbeitet) sowie Kompost auf die Oberfläche. Die Ableger werden dann in einem Abstand von 30 cm bei einem Reihenabstand von 80 cm gepflanzt

Tips zur Apfel- und Birnenernte
Von September bis Oktober kommt in manchen Jahren eine wahre Apfelschwemme auf uns zu. Da heißt es schnell und richtig pflücken, denn Geschmack, Aussehen, Größe und Haltbarkeit der Äpfel und Birnen werden vom richtigen Pflückzeitpunkt beeinflußt. Der Gärtner spricht hier von der Pflück- oder Baumreife im Unterschied zur Vollreife, die später einsetzt. Auf gut deutsch: Äpfel und Birnen dürfen weder zu früh, noch zu spät geerntet werden. Bei zu früher Ernte neigen die Früchte zum Schrumpfen, zu Hautverfärbungen, werden stippig und fade im Geschmack. Wird zu spät gepflückt, werden sie sehr schnell mehlig-weich und faulig. Der richtige Pflückzeitpunkt ist dann, wenn die Kerne braun geworden sind, grüne Früchte eine hellgrün bis grüngelbe Farbe annehmen, und rothäutige Sorten in ein leuchtendes Rot übergehen, Bei den meisten Äpfeln und Birnen löst sich beim Drehen der Frucht jetzt auch der Stiel leicht vom Zweig. Birnen müssen bei der Ernte besonders vorsichtig gepflückt und abgelegt werden. Schon kleine Druckstellen können in Fäulnis übergehen. Achten Sie vor allem beim Lagerobst darauf, daß die Wachsschicht der Haut nicht verletzt wird. Am besten die Fingernägel zur Ernte ganz kurz schneiden oder Gartenhandschuhe anziehen. Die Früchte nicht von den Zweigen reißen, damit die Blütenansätze, die sich dort für den nächsten Sommer gebildet haben, nicht verletzt werden. Keine Angst vor frühen Nachtfrösten! Äpfel am Baum sind nicht so schnell umzubringen, Bei Frost bis -2'C warten Sie einfach mit dem Pflücken, bis die Früchte aufgetaut und abgetrocknet sind. Selbst stark angefrorene Äpfel sind zu retten: Legen Sie sie in kaltes Wasser bis sie aufgetaut sind, dann abtrocknen und kühl lagern.

Vorsicht: Gewicht!
Reichtragende Apfel- und Birnbäume können unter dem Gewicht ihrer eigenen Früchte brechen. Stützen Sie deshalb »schwere« Äste ab. Gut geeignet sind Stangen mit einer Gabelung oder einem Rundeisen am vorderen Ende. Ist das Malheur bereits passiert und der Ast angebrochen, haben Sie noch eine Chance, wenn Sie sofort eingreifen: Pressen Sie die frischen Wundstellen aneinander - der Ast muß dazu gut abgestützt werden - die Wundränder werden mit LacBalsam bestrichen und fest mit Schnur umbunden.

Johannisbeersträucher vermehren
Ende September/Anfang Oktober ist die beste Zeit, wenn Sie Johannisbeersträucher vermehren möchten. Das Vermehren über Steckholz ist eine generative Vermehrung, bei der Sie Sträucher erhalten, die mit der Mutterpflanze identisch sind. Wählen Sie deshalb nur guttragende und gesunde Sorten dafür aus. Unten aus dem Strauch werden kräftige Triebe herausgeschnitten, die sich in diesem Jahr gebildet haben. Sie ergeben das beste Steckholzmaterial. Entfernen Sie alle Blätter daran, damit die Verdunstungsfläche reduziert wird. Dann wird der Trieb in Stücke mit je 6 Augen geschnitten und kommt zu 2/3 in ein lockeres Beet. Es genügt, wenn 2 Knospen darüber hinaussschauen. Die Steckhölzer sollten im Abstand von 20-25 cm in die Erde kommen. Achten Sie darauf, daß diese auch im Winter nie völlig austrocknet. Ab dem Frühjahr können Sie dann mit Austrieben rechnen. Zeigt sich nur einer, so entspitzen Sie über dem 5. Blatt, dann verzweigt sich die Jungpflanze. Bis zum Herbst haben Sie so einen 5-triebigen Strauch. Er kann nun verpflanzt werden und wird im darauffolgenden Frühjahr auf 3 - 5 Augen zurückgeschnitten.

Pfirsich- und Pflaumenbäume schneiden
Soweit es notwendig ist, kann man nach der Ernte Pfirsich- und Pflaumenbäume zurückschneiden, Jungbäume vertragen jetzt einen starken Erziehungsschnitt, ältere lassen sich verjüngen, indem man Leit- und Nebenäste stark kürzt Natürlich werden bei dieser Gelegenheit auch Konkurrenztriebe, Wasserschosse und tote oder kranke Zweige entfernt.

Mulchschicht erneuern
Ergänzen Sie im Herbst die Mulchdecke unter Beerensträuchern und auf Obstbaumscheiben. Beim Gartenputz fallen genug Abfälle dafür an. Geeignet ist jedoch nur gesundes organisches Material, das meist den Winter über verrottet. Sollte dies bis zur Blütezeit im folgenden Jahr noch nicht geschehen sein, so müssen Sie vorübergehend während Frost- und Blütezeit die Mulchdecke entfernen, weil sie Bodenfrost reflektiert. Im Mai nach den Eisheiligen wird dann erneut gemulcht.
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Beitragvon Siggi am 26.08.2004, 20:25

Pflaumen Anbauweisen

Pflaumen sind nach den Sauerkirschen die im Klein- Haus- und Baumgarten am weitesten verbreitete Steinobstart. Wenn von Pflaumen die Rede ist, muss man wissen. dass es sich hier um einen Sammelbegriff für mehrere Unterarten handelt, die je nach Abstammung, Aussehen von Baum und Frucht sowie Kulturansprüchen unterschiedlich sind. Mit dem Begriff Pflaumen bezeichnet man die Renekloden, Mirabellen, Zwetschen und die "eigentlichen" (Rund) Pflaumen. Sie stammen als Unterarten von Prunus domestica (Hauspflaume) ab. Pflaumen und Zwetschen haben als Unterart den botanischen Namen Prunus domestica ssp. domestica, Renekloden Prunus domestica ssp. italica und Mirabellen Prunus domestica ssp. syriaca. Die Fruchtform der einzelnen Pflaumenarten ist recht unterschiedlich. Pflaumen haben verschieden gefärbte, große rundliche Früchte mit weichem Fruchtfleisch, das beim Kochen zerfällt. Der Geschmack ist manchmal fade.
Zwetschen sind blau gefärbt, haben oval längliche Früchte mit festem Fruchtfleisch, sind süß und für die typischen häuslichen Verwendungszwecke von "Pflaumen", wie Mus, Konserven, Kuchenbelag oder als Trockenfrüchte, gut geeignet. Allerdings gibt es zwischen Zwetsehen und Pflaumen etliche Übergangsformen. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass in einigen Regionen der Begriff Zwetschen (Zwetschgen) auch synonym für Pflaumen und umgekehrt verwendet wird.
Renekloden und Mirabellen sind festfleischig und gut zum Konservieren zu verwenden.

Klimaansprüche
Generell sind windgeschützte, warme und sonnige Lagen zum Anbau der Pflaumenarten zu bevorzugen, obwohl es zwischen den einzelnen Unterarten Unterschiede gibt. Die höchsten Wärmeansprüche haben Renekloden und Mirabellen. Sie gedeihen am besten im Weinbauklima. Da ihr Holz leicht brüchig ist, sind windgeschützte Lagen oder ein Windschutz bei diesen Pflaumenarten besonders empfehlenswert. Bei den Zwetschgen benötigen vor allen Dingen die späten Hauszwetschentypen und Stanley' für das Ausreifen ihrer Früchte im Spätsommer viel Sonne und Wärme. Bei kühler Witterung fehlt den Früchten das Aroma.
Obwohl Pflaumen hohe Feuchtigkeitsansprüche stellen, sind doch lang anhaltende Niederschläge während der Fruchtreife ungünstig, da sie das Platzen der Früchte fördern. Hierdurch bieten sich dann sekundär Eintrittspforten für den Erreger der Monilia-Fruchtfäule.

Bodenansprüche
Pflaumen werden bei den Bodenansprüchen als nicht sehr aspruchsvolle Pflanzen beschrieben. Trotzdem muss der Boden den Wärme- und vor allem Feuchtigkeitsbedarf der Pflanzen decken können. So sind leichtere bis mittlere, nährstoffreiche, humose und warme Böden mit guten Feuchtigkeitsverhältnissen die besten Voraussetzungen für ein optimales Wachstum, Gegebenenfalls muss bei solchen Böden durch eine zusätzliche Bewässerung für die notwendige Feuchtigkeit gesorgt werden. Wenn der Boden zudem nicht genügend Speicherfähigkeit und Wasserhaltekraft hat, wie z.B. sehr sandige Böden, so sind wiederholte Wassergaben in Trockenperioden unerlässlich. Auf trockenen Standorten lösen sich die Früchte schlechter vom Stein als bei optimaler Wasserversorgung.

Bei Zwetschen sind auf einem warmen humosen sandigen Boden beispielsweise gute Fruchtqualitäten mit einem hohen Fruchtzuckeranteil zu erzielen. Renekloden reagieren auch besonders positiv auf einen warmen Boden, sie kommen dabei sogar mit einer geringeren Bodenfeuchtigkeit aus. Ungünstig sind für alle Pflaumenarten schwere kalte Böden mit einem hohen Grundwasserstand. Unter solchen Bedingungen können insbesondere die späten Pflaumensorten nicht genügend ausreifen. Zudem kann es dann zu einer erhöhten Frostempfindlichkeit des Holzes kommen. Da Pflaumenbäume Flachwurzler sind, benötigen sie zwar keine tiefgründigen Böden, doch sind aus den oben genannten Gründen die schweren Boden weniger geeignet.

Baumformen
Bei Pflaumenbäumen kennen wir die gleichen Baumformen, wie beim Apfel, nämlich Hoch-, Halb-,Viertelstamm und Buschbäume. Im Haus-, Klein- und Baumgarten sollte aus Platzgründen als Baumform der Busch oder Viertelstamm bevorzugt werden. Zur Veredlung werden die sehr stark wachsende Prunus Weiße Myrobalane (Pfälzer Typ) -Unterlage, die stark bis sehr stark wachsende Prunus Myrobalana-Sämlingsunterlage und Prunus Schwanimbom 103 - Unterlage oder für Buschformen auf besseren Böden die nur mittelstark wachsende Prunus Ackermann-Unterlage verwendet. Weitere Unterlagen haben nur eine geringe Bedeutung. Bei Halb- und Hochstämmen werden noch Hauszwetschensorten als Stammbildner zwischen Unterlage und Edelsorte verwendet.
Hoch-, Halb- und Viertelstämnme pflanzt man im Abstand von 5 bis 7 m und Buschfonnen im Abstand von 4 bis 6 m, jeweils in Abhängigkeit von der Bodenart. Je leichter der Boden ist, umso enger kann gepflanzt werden. Bei Veredlungen auf starkwüchsigen Unterlagen kann mit dem Ertragsbeginn ab dem 6. Standjahr gerechnet werden. Auf Grund des bei den meisten Sorten zu erwartenden regelmäßigen und hohen Ertrages muss man damit rechnen, dass die Triebfreudigkeit sehr bald nachlässt. Durch einen regelmäßigen Auslichtungsschnitt kann dem Vergreisen vorgebeugt und für einen kräftigen Triebanreiz ge sorgt werden. Allerdings werden ertragreiche Pflaumenbäume allgemein nur ein Alter von 30 bis 35 Jahren erreichen.
Bodenbearbeitung und Nährstoffversorgung Die Bodenbearbeitung unter den Bäumen muss sehr flach durchgeführt werden, da selbst bei leichten tiefgründigen Böden für Pflaumen ein flacher Wurzelverlauf typisch ist. Eine äußerst flache Bodenbearbeitung ist auch vor allem deshalb von Bedeutung, weil sich aus verletzten und beschädigten Wurzeln Wurzelschosse bilden, die man später nur schwer beseitigen kann. Die von den Bäumen zu erwartenden hohen Ertragsleistungen können nur dann erzielt werden, wenn sie ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Da die Pflaumen für humose Böden dankbar sind, sollten Sie die Humusversorgung in Form von Stalldung oder Kompost nicht vernachlässigen. Je nach dem Nährstoffgehalt dieser organischen Dünger ist nach einer Nährstoffanalyse durch ein Bodenuntersuchungslabor zu entscheiden, ob noch mit mineralischen Düngem "zugefüttert" werden muss.
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Beitragvon Siggi am 27.08.2004, 20:00

Sauerkirschen

Sauerkirschen sind häufig in Gärten anzutreffen, denn sie bereiten nicht so große Schwierigkeiten bei der Einordnung in kleine Gärten wie die Süßkirschen. Sie sind von Natur aus kleinkroniger und können auch durch Schnittmaßnahmen im gewünschten Kronenumfang gehalten werden. Die Verwendung ist noch vielfältiger als bei Süßkirschen. Der Frischverzehr steht wohl hier nicht an erster Stelle, es ergeben sich aber neben Kompott, Marmelade, Gelee und Most mit Kirschlikör, Kirschwein und Kuchenbelag im Haushalt weitere beliebte Verarbeitungsarten.
Sauerkirschen werden als Niederstamm, vor allem Busch gepflanzt. Besonders bei der Schattenmorelle kann man die Krone durch entsprechenden Schnitt klein halten, so dass ein solcher Baum überall in den Garten passt. Meist kauft man die Sauerkirschen als einjährige Veredlungen mit zahlreichen vorzeitigen Trieben. Der Pflanzschnitt wird nun so durchgeführt, dass eine Stammhöhe von etwa 60 cm entsteht und 3 bis 4 Leitäste verbleiben. Diese Leitäste werden auf einen kurzen Stummel (3 bis 4 Augen) geschnitten. Der Leittrieb wird bis auf 10 bis 15 Augen (ca. handbreit) über dem Leitgerüst zurückgeschnitten, wobei man sich eine gut entwickelte Knospe aussucht. Im kommenden Jahr lässt sich so noch eine zweite Leitastetage aufbauen. In einigen Gärten sind von der Schattenmorelle Bäume zu sehen, die an Trauerweiden erinnern. Sie sind nur noch an den Triebspitzen belaubt und tragen kaum noch Früchte. Hierbei ist zu bedenken, dass die Bäume nur am einjährigen Holz, also an den im Vorjahr gewachsenen Trieben die Früchte tragen. Die typische Neigung der Schattenmorelle zur Peitschenbildung erfordert, den Schnittmaßnahmen eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Früher wurde für Schattenmorellen der konsequente Fruchtholzschnitt empfohlen, um Trauerweidenzweige zu vermeiden und ausreichend Fruchtholz am Baum zu
haben. Der Fruchtholzschnitt bedingt das Entfernen der abgetragenen Fruchttriebe, welches mit einem Auslichten des Baumes verbunden werden kann und das Einkürzen aller einjährigen Triebe um etwa ein Drittel ihrer Länge. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass bei einem ungeschnittenen Trieb
nur die Spitzenknospe austreibt. Der neue Trieb ist dann in der Regel immer kürzer und dünner als der inzwischen verkahlte des Vorjahres. So entstehen die Peitschentriebe, die nach 5 oder 6 Jahren nur noch an der Spitze einen wenige Zentimeter langen Kurztrieb aufweisen, an dem sich keine oder nur noch unterentwickelte Früchte bilden. Das Ziel einer ständigen Fruchtasterneuerung kann man aber auch durch einen weniger aufwändigen jährlichen kräftigen Überwachungsschnitt erreichen. Hierzu werden nach der Ernte
etwa im August/September, wenn das Triebwachstum abgeschlossen ist, die Bäume gründlich ausgelichtet. Dabei müssen die einjährigen Triebe nicht eingekürzt werden. Wenn man bei diesem Auslichtungsschnitt nicht zaghaft vorgeht, und nach dem Schnitt ein Hut durch den Baum geworfen werden kann,
wie der Gärtner sagt, wird der Baum regelmäßig zur Bildung von ausreichend Jungholz angeregt.
Aus bisher vernachlässigten Schattenmorellenbäumen kann man durch einen mehtjährigen kraftigen Auslichtungsschnitt im August / September wieder Bäume mit genügend Fruchtastbesatz erzielen. Die Bäume vertragen im belaubten Zustand auch stärkere Eingriffe problemlos. Zudem ist im belaubten Zustand der Umfang an notwendigen Auslichtungsmaßnahmen besser erkennbar.
Die meisten Sauerkirschen sind recht genügsam. Sie gedeihen auch auf schlechteren Böden, in raueren Klimaten und bei geringeren Niederschlägen. Selbstverständlich ist hier der Fruchtertrag geringer als beim Anbau unter günstigen Verhältnissen. Mit Bäumen, die auf Steinweichsel (Prunus mahaleb) veredelt wurden, können noch die ärmeren sandigen Standorte genutzt werden. Bei besseren Bodenverhältnissen sind die auf Vogelkirschunterlagen (P. avium) veredelten Bäume zu verwenden. Was die Sauerkirsche nicht mag sind sehr schwere, nasse und kalte Böden. Hier ist nicht nur mit erheblichen Mindererträgen zu rechnen, die Bäume sind dann auch sehr anfällig für Krankheiten, wie MoniliaSpitzendürre. Hier sterben kurz nach der Blüte die Triebspitzen ab und Blüten sowie Blattbüschel bleiben braun und vertrocknet an den Trieben hängen. Bei mehrjährig wiederholtem Befall kann das zum Absterben des gesamten Baumes führen. Die Krankheit kann zwar generell an Sauerkirschen, insbesondere bei der Sorte Schattenmorelle 1, auftreten, doch sind durch ungünstige Standorte geschwächte Bäume besonders -efährdet. Die wenig gegen die Monilia-Spitzendürre anfälligen Pillnitzer Sauerkirschsorten ,Morina', Kameol' und Korund4 stellen höhere Ansprüche an den Standort und für sie sind geeignete Befruchtersorten, wie z. B. Fanal und Kelleriis 16 (= Morellenfeuer) empfehlenswert, die aber wie im Fall von Kelleriis 16 wieder stärker anfällig gegenüber der Monilia Spitzendürre sind. An das Klima stellen die meisten Sauerkirschen keine besonderen Ansprüche. Durch die spätere Blüte als bei Süßkirschen sind sie auch nicht ganz so spätfrostgefährdet. Ausgenommen hiervon ist die Sorte, Korund'. Die Winterhärte der Sauerkirschen ist sehr aut, so dass sie auch bei kontinentalem Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern gut gedeihen. In Gegenden rnit einer hohen Luftfeuchte, wie an Gewässern, kann ihnen allerdings die Sprühfleckenkrankheit zu schaffen machen. Hier entstehen auf den Blättern zahlreiche kleine violette Flecke, die zu einem vorzeitigen Vergilben und Abfallen des Laubes führen.
Viele Hobbyobstbauer glauben bei der weit verbreiteten Sauerkirschsorte Schattenmorelle' aus diesem Namen auch die An sprüche der Sorte derart ablesen zu können, dass für sie der Anbau im Schatten vorzuziehen sei. Das ist aber ein Irrtum, denn der Name ist aus dem Französischen von "Chateau" - Schloss hergeleitet. Es gilt also auch für diese Sorte, will man voll ausgereifte und aromatische Früchte ernten, muss die Schattenmorelle wie alle anderen Sauerkirschsorten einen vollsonnigen Platz erhalten.
Wie bei allen Obstarten ist es auch hier notwendig vor dem Anbau die Standortbedingungen insbesondere hinsichtlich Boden und Klima genau zu analysieren und sich dann anhand von Sortenbeschreibungen oder der Beratung im Fachhandel die jeweils geeignete Sorte auszuwählen, die sich dann optimal und gesund entwickeln kann.

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Beitragvon Siggi am 27.08.2004, 20:14

Rhabarber im frühen Herbst pflanzen

Rhabarber kann im Herbst oder aber im März gepflanzt werden. Die Frühjahrspflanzung wird vorgezogen, wenn im Oktober bereits starke Niederschläge das Ausgraben der alten Pflanzen erschwert und auch die Bedingungen für die Pflanzung und das Anfangswachstum ungünstig sind. Gerade aus diesem Grund wird die Pflanzung oft auch schon auf den Termin Mitte bis Ende September vorgezogen, da zu diesem Zeitpunkt die Witterung meistens noch günstig ist und außerdem die Rhizome ebenfalls bereits ihr Laub abgestoßen haben.
Während früher Rhabarberpflanzen oft Jahrzehnte am gleichen Standort gestanden haben, ist heute eine kürzere Kulturzeit üblich. Mit Erfolg empfohlen wird heute meistes eine Standzeit von 6 bis höchstens 10 Jahre. Bleiben die Pflanzen länger am gleichen Ort stehen, lässt die Wüchsigkeit und damit die Ertragsfähigkeit deutlich nach.
Am besten entwickelt sich der Rhabarber an einem sonnigen Platz im Garten. Er gedeiht aber auch im lichten Halbschatten. Günstig ist ein mittelschwerer, tiefgründiger, humoser und nährstoffreicher, sowie ausreichend feuchter Boden. Vor dem Pflanzen sollte eine tiefe Lockerung vorgenommen und ausreichend Humusmatenal, z.B. verrotteter Stallmist, Kompost usw. eingearbeitet werden.
Werden zum Pflanzen die ausgegrabenen, alten Stöcke verwendet, sollten diese mit einem Messer, einem Beil oder einem scharfen Spaten in Teilstücke zerlegt werden. Jedes Stück sollte mindestens 250 g wiegen und wenigstens ein Auge aufweisen. Der ideale Pflanzenabstand liegt zwischen 80 und 100 cm. Gepflanzt wird so tief, dass die Tnebknospen gerade noch sichtbar sind. Wichtig ist ein guter Bodenkontakt. Deshalb müssen die Rhizome nach dem Pflanzen kräftig angedrückt werden.
Wurden bisher im Garten nur grünstielige und grünfleischige Sorten angebaut, sollte vielleicht zur Neupflanzung eine neue Sorte hinzugekauft werden. Generell wird zwischen grünstielig-grünfleischigen, rotstielig grünfleischigen und rotstielig roffleischigen Sorten un terschieden. Erstere haben den höchsten Säuregehalt, liefern je doch die stärksten Stangen, wäh ren die rotstielig-roffleischigen Sorten einen geringeren Säure gehalt und vor allen Dingen auch einen milden Geschmack aufweisen. Die bekannteste Sorte aus dieser Gruppe ist nach wie vor Holsteiner Blut'. Gute und bewährte Sorten sind außerdem ,Elmsfeuer' und,Elms Blitz'.
Im ersten Vegetationsjahr nach der Pflanzung sollte Rhabarber noch nicht beerntet werden. In diesem Jahr sollte auf optimale Wachstumsbedingungen geachtet werden, damit sich kräftige Pflanzen entwickeln. Das Wachstum sollte im ersten Kulturjahr durch eine Düngung mi einem organisch-mineralischen Volldünger unterstützt werden 50 bis 80 g Dünger/m² werden ab Frühjahr, verteilt auf 2 Gaben innerhalb von 4 bis 6 Wochen verabreicht. Mit einer guten Ernte kann dann ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung gerechnet werden.
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Beitragvon Siggi am 28.09.2004, 19:27

Oktober

Goldener Oktober: Spinnwebfäden ziehen sich durch den Obstgarten, und das Ernten ist noch lange nicht vorbei. Anfang des Monats können die letzten Haselnüsse abgenommen werden. Wenn die Kastanien reifen beginnt auch die Ernte der Walnüsse. Über den ganzen Zeitraum hinweg erstreckt sich das Pflücken der Winteräpfel und -birnen.

Leimringe anbringen
Anfang Oktober sollten Sie an jedem Obstbaum Leimringe anbringen. Mitte bis Ende des Monats schlüpfen nämlich die Falter des Frostspanners, die bis jetzt im Boden verpuppt waren. Die Weibchen sind flugunfähig und klettern zu Fuß die Bäume hoch, um an den Zweigen ihre Eier abzulegen. Mit Beginn der Blüte schlüpfen im Frühjahr die Raupen, die sich mit Heißhunger über Blüten und Blätter hermachen. Leimringe verhindern also, daß das Weibchen sein Ziel erreicht, es bleibt an ihnen kleben.

Obst richtig lagern
Zum Lagern eignen sich nur Äpfel, Birnen und Quitten. Alle anderen Obstarten können tiefgefroren eingeweckt, versaftet oder zu Gelee und Marmelade verarbeitet werden.
10 Tips zum Lagern von Obst

1. Ernten Sie Lagerobst mit Handschuhen, damit die Früchte nicht verletzt und dadurch schnell schlecht werden.

2. Wie lange sich Äpfel lagern lassen, hängt von der Sorte ab,

3. Lagerfähige Winterbirnen lohnen sich nur in sehr warmen Regionen, wo sie genügend ausreifen können, sonst setzen sie kein Aroma an.

4. Lassen Sie Lageräpfel und -birnen nicht zu lange am Baum. Am besten pflückt man sie kurz vor Beginn der Pflückreife, sonst wird das Fruchtfleisch schnell mehlig und braun.

5. Der Lagerraum muß vor dem Einlagern keimfrei gemacht werden. Das gilt ebenso für die Lagerkisten und -regale. Empfehlenswert ist es, die Kellerwände bereits im Spätsommer frisch zu kalken, Obstkisten und Regale mit einem 4%igen Sodawasser mit Schmierseife abzubürsten, gründlich zu spülen und an der Luft zu trocknen.

6. Die Lagerräume sollen kühl (mindestens 8 'C), luftig, trocken und dunkel sein.

7. Wärmere Keller werden kühler, wenn Sie in kalten Nächten lüften, tagsüber die Kellerfenster jedoch geschlossen halten.

8. Denken Sie daran, die Fensteröffnung mit engem Maschendraht zu verkleiden, so daß keine »Mitesser« wie Mäuse usw. hineingelangen können,

9. Lagern Sie Obst und Gemüse möglichst nicht im gleichen Raum, sie übertragen nicht nur Gerüche aufeinander, sondern verkürzen auch gegenseitig ihre Haltbarkeit. Manche Gärtner empfehlen dem, der nur einen Lagerraum zur Verfügung hat, entweder Obst oder Gemüse in reinem Torf zu lagern.

10. Und hier noch ein Tip ohne Gewähr: Russische Forscher haben angeblich herausgefunden, daß Lagerobst, wenn es mit einem Aufguß von Zwiebelschalen und Zwiebeln besprüht wird, doppelt so lang hält. Wer mag, kann's ausprobieren, der Zwiebelgeruch soll übrigens nach einigen Wochen verschwinden.

Obstbäume pflanzen
Außer Pfirsichen und Aprikosen können Sie nun jedes Obstgehölz pflanzen. Wählen Sie mit Bedacht aus, welchen Gefährten Sie sich in den Garten holen. Obstart und Sorte sollten natürlich Ihrem persönlichen Geschmack entsprechen. Andererseits kann es durchaus möglich sein, daß Sie Einschränkungen oder Kompromisse machen müssen. Im folgenden die wichtigsten Aspekte, die zu bedenken sind.
Wie steht's mit der Befruchtung? Bei vielen Obstarten gibt es Sorten, die selbstfruchtbar und solche, die selbstunfruchtbar sind. Selbstunfruchtbare brauchen einen Pollenspender möglichst im eigenen oder zumindest in Nachbars Garten, wenn sie fruchten sollen. Das Ganze wird noch dadurch erschwert, daß jede Sorte nur ganz bestimmte andere Sorten zur Bestäubung »akzeptiert«. Wenn Sie also einen einzelnen Obstbaum in Ihren Garten stellen wollen, so achten Sie darauf, daß er seIbstfruchtbar ist - oder erkundigen Sie sich in Baumschulen nach Spezialpfropfungen, das heißt nach Bäumen, auf die 2 oder 3 verschiedene Sorten veredelt sind, die sich gegenseitig befruchten.
Blütezeit. Sie muß vor allem bei selbstunfruchtbaren Apfelsorten berücksichtigt werden. Angenommen Sie pflanzen einen Apfelbaum, der einen »Kollegen« in der Nähe hat, so kann die Ernte dennoch mißlingen, wenn beide nicht zur gleichen Zeit blühen. Bei Birnen, Pflaumen und Kirschen besteht diese Gefahr weniger, weil die Blütezeiten von frühen und späten Sorten sich über einen guten Zeitraum hinweg überschneiden.
Krankheitsresistenz ist ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Auswahl von Obstgehölzen, denn was nützt eine wohlschmeckende Frucht, wenn der Baum immer wieder erkrankt und ständige Betreuung braucht.
Erntezeit und Erntedauer. Haben Sie schon bedacht, daß Ernten Zeit kostet? Kirschen reifen manchmal während der Pfingstferien und frühe Äpfel, Birnen und Pflaumen sind zur Haupturlaubszeit reif und müssen vom Baum. Aber auch die Erntedauer ist ein Faktum, das sich auf Ihre Zeit auswirkt. Einige Sorten müssen innerhalb von 14 Tagen geerntet werden, bei anderen erstreckt sich die Pflückzeit über einen ganzen Monat.
Lagerfähigkeit. Manche Äpfel schmecken am besten frisch vom Baum (zum Beispiel 'James Grieve' und 'Gravensteiner'), andere hingegen können Sie monatelang lagern (zum Beispiel 'Berlepsch' und 'Boskoop'.
Größe und Wüchsigkeit. So herrlich ein großer Obstbaum ist, unsere kIeinen bis mittelgroßen Gärten lassen weder seine Schönheit zur Wirkung kommen, noch bleibt daneben Platz für anderes. Auch die heute übliche Kleinfamilie weiß oft nicht wohin mit der gewaltigen Fruchtproduktion eines einzigen großen Baumes, All diese Überlegungen haben Gärtner und Züchter auf den Plan gerufen, Baumformen zu entwickeln, die unseren Kleingärten und Kleinfamilien eher entsprechen. Sie können inzwischen -je nach Platz und Bedarf - unter 4 Baumgrößen wählen:

Ø Hochstämme besitzen die »alten« Obstbaumgrößen; ihr Stamm ist 1,60- 1,80 m hoch, so daß man sich bequem unter seiner Krone aufhalten kann. Sie brauchen viel Platz, werfen großen Schatten und bringen sehr viele Früchte.

Ø Halbstämme haben eine Stammhöhe von 1 - 1,20 m und sind heute im Garten die am meisten verwendete Baumform bei Pflaume und Süßkirsche.

Ø Niederstämme sind 80- 100 cm hoch; ihre Krone wird aber so groß wie bei Halbstämmen. –

Ø Buschbäume erinnern mit ihrer Stammhöhe von 40-60 cm an Sträucher. Diese Form wird besonders für Pfirsiche und Sauerkirschen empfohlen, weil einmal das Ernten erleichtert wird, zum andern aber auch das starke Schneiden, das jährlich durchgeführt werden muß. Die Krone wird insgesamt kleiner.

Ø Spindelbüsche sind die idealen Bäumchen für den Klein- und Reihenhausgarten. Mit einer Stammhöhe von 40-60 cm werden sie etwa 2-3 m hoch; es kann bequem geerntet, geschnitten und gespritzt werden. Sie sind auf Unterlagen veredelt, die verhindern, daß sie zu stark oder zu wenig wachsen, Spindelbüsche machen sich auch wunderhübsch als Obsthecken.

Obstbäume richtig pflanzen. Halten Sie (außer bei Spindelbäumchen) mit dem Pflanzloch mindestens 5 m Abstand vom nachbarlichen Grundstück. Das entspricht gut der Hälfte des zu erwartenden Kronendurchmessers und verhindert, daß Fallobst und Laub den Nachbarn verärgern.

Ø Vor der Pflanzung wird eine Fläche von etwa 2 m 2 einen Spaten tief umgegraben, bei schwerem Boden gehen Sie besser noch tiefer.

Ø Das Pflanzloch sollte mindestens 50 cm tief und so breit sein, daß die Wurzeln ausgelegt hineinpassen.

Ø Haltepfahl einschlagen. Er muß so weit in den Boden, daß er nicht in die Krone des jungen Baumes hineinreicht.

Ø Baum einige Stunden wässern und Wurzeln in einen Lehmbrei tauchen.

Ø Zuunterst in das Pflanzloch Kompost geben, darauf den Baum stellen. Bei Ballenware Ballentuch aufknüpfen. Achtung: Die Veredelungsstelle, die als Wulst deutlich zu erkennen ist, muß über der Erdoberfläche liegen. Pflanzerde mit Kompost vermischen und auffüllen, dann leicht festtreten.

Ø Abschließend eine Rinne rund um die Pflanzstelle anlegen und gründlich wässern. - Bäumchen mit einer Achterschlinge am Haltepfahl festbinden.

Ø Im Herbst gepflanzte Obstbäume erhalten ihren Pflanzschnitt erst im Frühjahr

Ø Vergessen Sie nicht, die Baumscheibe zu mulchen. jetzt fällt im Garten viel organisches Material dafür an. Sie können auch den immer beliebter werdenden, preiswerten Rindenmulch nehmen.

Beerengehölze pflanzen
Auch für Beerengehölze ist im Oktober Hauptpflanzzeit (Alternative: Sehr zeitiges Frühjahr). Einzige Ausnahme: Brombeeren. Sie sind etwas kälteempfindlich und kommen besser erst im März in den Boden. Wie Beerengehölze gepflanzt werden, können Sie im Februar nachlesen (siehe Seite 28).

Die Walnußernte beginnt
Ein Walnußbaum beginnt erst mit 15-20 Jahren Früchte zu tragen, wenn er aus einer Nuß gezogen wurde. Neuere Züchtungen haben jedoch kleinere Bäume geschaffen, die bereits mit 3 Jahren Früchte ansetzen. Walnüsse zählen wie alle Nüsse zum Schalenobst und besitzen viel Fett und Eiweiß, jedoch wenig Vitamine, Sie fallen von allein vom Baum, sobald sie reif sind. Mit Schütteln können Sie nachhelfen. Hingegen hat es keinen Sinn, Nüsse, die noch fest in ihren grünen Schalen sitzen, herunterzuschlagen. Sie sind unreif und halten sich nicht. Verschlemmte und geschrumpfte Kerne sollten Sie nicht essen, sie sind gesundheitsschädlich.

Haselnüsse ernten
Haselnüsse sind reif, wenn ihre Schalen braun werden. Einige Sorten fallen beim Schütteln leicht aus ihren Fruchtständen, andere muß man pflücken und herauslösen. Die Früchte sind erst haltbar, wenn sie etwa 4 Wochen luftig (zum Beispiel auf einem Rost oder Drahtgestell) gelagert wurden.
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Beitragvon Siggi am 28.10.2004, 15:21

November

»Will das Laub nicht von den Bäumen fallen, ein strenger Winter wird erschallen« besagt eine alte Bauernregel. Wer weiß - vielleicht trifft's zu. Trotzdem: Irgendwann sind auch die Obstbäume kahl, und dann beginnt die Zeit, in der Sie den Verjüngungsschnitt von Apfel und Birne ausführen können.

Kiwi - süß und heikel
Ende Oktober bis in den November hinein ist Kiwiernte - eine Tatsache, die auf Anhieb erklärt, weshalb es diese subtropischen Früchte in den meisten Gegenden bei uns so schwer haben. Kiwis sind sehr frostempfindlich und müssen bis zu ihrer Reife von ihm verschont werden. Kein Problem im Gewächshaus aber im Freien werden sie wohl nur in milden Weingegenden und sehr geschützten Lagen gedeihen. Von Haus aus Schlingpflanzen, schaffen Kiwis unter günstigen Bedingungen im Jahr 5-8 m lange Triebe. Sie werden im Mai nach den Eisheiligen gepflanzt, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Setzen Sie immer eine männliche und eine weibliche Pflanze zusammen, sonst werden Sie nie ernten können. Kalkhaltiger Boden sollte angesäuert (Aluminiumsulfat!) werden.

Noch immer ist Pflanzzeit
Obstbäume und Beerensträucher können bis Mitte November gepflanzt werden, sofern der Boden frostfrei ist (Ausnahmen: Aprikose, Pfirsich und Brombeere!). Wie gepflanzt wird, können Sie im Oktober (siehe Seite 162) nachlesen. An dieser Stelle noch wichtige Tips zu Birnen- und Süßkirschensorten:
Birnen. Sie gehören wie die Äpfel zur Familie der Rosengewächse. Dennoch gibt es einige wichtige Unterschiede: Sie sind Tiefwurzler und deshalb weniger abhängig von Oberflächenfeuchtigkeit. Während Äpfel schon nach 2-3 Jahren tragen, können Sie bei Birnen erst nach 4 Jahren (bei Halb- und Hochstämmen, die auf eine Sämlingsunterlage gepfropft sind, sogar erst nach 6 Jahren) damit rechnen. Im Unterschied zu Apfelbäumen mit ihren breit ausladenden Kronen, wachsen Birnbäume eher gestreckt, der Form ihrer Frucht ähnlich. In Baumschulen können Sie Birnen kaufen, die auf Quittenunterlagen veredelt sind. Dies hat den Vorteil, daß die Bäume schwachwüchsiger werden. Die Unterlage 'Cydonia A' zum Beispiel macht die Früchte besonders aromatisch und sorgt für frühe und große Erträge. Die in der Tabelle genannten Sorten sind mit Ausnahme von 'Alexander Lucas' gegenseitige Befruchtersorten,
Bei Süßkirschen unterscheidet man zwischen weicheren Herzkirschen und den später reifenden Knorpelkirschen mit festem Fleisch. Im Unterschied zu Äpfeln und Birnen gibt es bei Süßkirschen noch immer keine »kleinwüchsigen« Züchtungen. Sie werden sich mit einer Süßkirsche also einen recht beachtlichen Gesellen in den Garten holen. Ganz wichtig: Süßkirschen sind immer selbstunfruchtbar, brauchen also einen Pollenspender und sind hierin besonders wählerisch (siehe Tabelle, Seite 174)! Die Reifezeit von Kirschen wird in der Fachliteratur in »Kirschenwochen«(KW) von Mitte Juni bis Ende August angegeben.

Wichtige Düngezeit
November ist ein günstiger Zeitpunkt um Obstbäume zu düngen. Streuen Sie einen organischen Volldünger auf die Wurzelkrone - sie ist meist größer im Durchmesser als die Baumkrone - und arbeiten Sie ihn leicht in den Boden ein. Anschließend gründlich gießen. Gehölze können jetzt gar nicht zuviel bekommen. Eine noch einfachere Methode besteht darin, abgelagerten Stallmist oder Kompost auf der Baumscheibe zu verteilen. So erledigen Sie Düngen und Mulchen in einem.

TIP: Bei jungen Baumpflanzungen im Rasen sollte übrigens die Baumscheibe mindestens 2 Jahre lang frei von Gras gehalten werden, damit die Nährstoffe allein den Wurzeln zugute kommen.

Der Winterschnitt kann beginnen
Sobald Ihre Apfel- und Birnbäume das Laub abgeworfen haben, können Sie mit dem Verjüngungsschnitt beginnen. Eine Verjüngung ist vor allem dann nötig, wenn die neuen Seitentriebe eines Baums im Durchschnitt kürzer als 15 - 20 cm sind und infolgedessen die Ernte stark nachläßt. Auch die Qualität der Früchte kann sich in Geschmack und Größe vermindern. Verjüngung bedeutet einen starken Schnitt der Krone (je nach Vergreisung ein Drittel bis sogar zur Hälfte). Bei Hohl- wie bei Pyramidenkronen heißt dies vor allem Einkürzen der Leitäste und Ausschneiden zu dicht wachsender Triebe. Nicht vergessen: Schnittwunden mit LacBalsam oder Baumharz verschließen!

TIP: Wer vergessen hat, seine Johannis- oder Stachelbeersträucher im August auszuschneiden, kann es jetzt nachholen.
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Beitragvon Siggi am 04.12.2004, 20:23

Dezember

Im Winter zeigt sich der Garten von einer ganz neuen Seite. Wenn alles farbenfrohe Blühen und krautige Wachstum vergangen ist, kleidet sich die Natur Ton in Ton. Die Linienführung der unbelaubten Aste, ein paar grazile Gräser vielleicht - alles macht uns ihre ornamentale Schönheit bewußt - oder auch: daß hier und dort in unserem Garten doch noch etwas fehlt. Dann sollten Sie jetzt Notizen in Ihrem Kalender machen und planen, was im nächsten Jahr alles zu tun ist.

Großer Auftritt für Immergrüne

Im Winter werden immergrüne Gehölze wohl am dankbarsten wahrgenommen. Angefangen beim Christbaum, den man sich aus Sehnsucht nach lebendigem Grün in die gute Stube stellt, erfreut sich jeder an Koniferen in den unterschiedlichsten Grüntönen oder an den immergrünen Laubgehölzen. jeder Farbton, der vom Grau-Weiß-Beige der Natur abweicht, bekommt eine unvergleichliche Strahlkraft. Stellen Sie sich nur die elegante Koreatanne mit ihren blauvioletten Zapfen im Schnee vor! Besonders attraktiv und fröhlich wirken immergrüne Laubgehölze mit buntem Beerenschmuck. Ganz oben an der Spitze der Beliebtheit rangiert der Feuerdorn (Pyracontha), der aber längst nicht so robust ist, wie viele meinen. Die frostverträglichen Sorten werden relativ leicht vom Schorf befallen, während krankheitsresistente empfindlich gegenüber Kälte sind. Bei einem Test von 17 Sorten schnitten 'Golden Charmer','Orange Charmer' und der gelbe Feuerdorn 'Soleil d'Or'am besten ab. Sie sind widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, und sollte einmal ein Frostschaden entstehen, sind die Triebe zurückzuschneiden. Das bedeutet im nächsten Jahr allerdings weniger Blüten und Beerenschmuck. Vergessen Sie im Winter nicht in frostfreier Zeit immergrüne Gehölze zu gießen; sie verdunsten viel Wasser über ihre Blätter und Nadeln.

Ziergehölze mit bunter Rinde
Einen Farbtupfer in die winterliche Farbskala bringen auch Bäume und Sträucher, deren Rinde besonders farbig ist. Meist ist dies an den jungen einjährigen Trieben am ausgeprägtesten. Hier einige Beispiele:

Attraktive Winden
Ø Chinabirke Betulo ofbosinensis: orange
Ø Golderle Ainus inceno Auree: rötlich-gelb
Ø Hartriegel Comus olbo'Sibirica': korallenrot. Comus stoloniferc'Flaviramea': gelb
Ø Ranunkelstrauch Kerriejaponica: grün
Ø Sand- oder Weißbirke Betula penduia: weiß abblätternd
Ø Sommer-Tamariske Tomorix pentondro: rot
Ø Streifenahorn Acer pensylvonicum, Acer rufinerve: weißgestreift
Ø Winterjasmin josminum nudiporum: grün

Winterschutz für empfindliche Sträucher
Einige der laubabwerfenden Sträucher kommen mit höheren Frostgraden nur schlecht zurecht. Verteilen Sie über den ganzen Wurzelbereich Laub und beschweren Sie es mit abgeschnittenen Ästen oder Reisig, damit es der Wind nicht wegweht. Eine solche Wärmepackung benötigen: Bartblume (Coryopteris): Gartenhortensie (Hydrongeo mccrophytio); Geißklee (Cytisus decumbens); Roseneibisch (Hibiscus syriocus); Säckelblume (Ceanothus); Schmetterlingsstrauch (Buddleie davidii); Strauchpfingstrose (Poeonio suffruticoso); Trompetenblume(Compsisrodicons).

TIP: Einzelstehende Sträucher in ungeschützten Lagen umhüllen Sie mit Sacktuch. Dazu wird ein Gerüst aus Stäben (rechteckig oder zeltförmig) um den Strauch errichtet und mit Sackleinen umgeben. Wer will, kann sogar noch mit Fichtenzweigen oder Stroh "auspolstern ".

Knollen im Winterquartier überprüfen
Dahlien, Gladiolen und alle anderen eingelagerten Knollen sollten regelmäßig überprüft werden. Die günstigste Lagertemperatur beträgt 5- 1O °C. Schimmelige und braune Stellen werden ausgeschnitten und anschließend mit Holzkohlenpuder gegen weiteren Pilzbefall bestäubt. Ist die Knolle zu einem Großteil befallen, werfen Sie sie besser weg.

Barbarazweige
Eine Frühlingsvorahnung zaubern Zweige von Blütengehölzen, die am 4. Dezember (Barbara) abgeschnitten und im Zimmer in die Vase gestellt werden. Die Kälte bis zu diesem Tag genügt bereits, damit die Zweige Blüten ansetzen.
Zweige von Forsythie, Golderle, Haselnuß, Kornelkirsche, Süßkirsche, Weidenkätzchen, Winterjasmin und Zaubernuß blühen bereits zu Weihnachten. Zweige von Mandelbäumchen, Pfirsichbäumen und Spiräen brauchen etwas länger.

Und so wird's gemacht: Legen Sie nach dem Schnitt die Zweige 12 Stunden lang in warmes Wasser (35'C), dann kommen sie in die Vase. In trockener Zimmerluft tut ihnen tägliches Besprühen gut.
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