September
Wenn der Holunder reift, hat der Herbst unweigerlich begonnen. Im Obstgarten biegen sich die Äste, es ist Apfel- und Birnenzeit! Neben den frühen Sorten wie' James Grieve' und 'Gravensteiner' oder 'Clapps Liebling' und 'Williams Christ' steht nun auch mittelfrühes Obst zur Ernte an.
Ableger von mehrmalstragenden Erdbeeren
Mehrmalstragende Erdbeeren fruchten zum ersten Mal im Juni, den größten Erntesegen bringen sie aber von August bis zum Frost. jetzt haben sich kräftige kleine Ableger bewurzelt, die Sie abnehmen sollten, damit die Mutterpflanze entlastet wird. Wer will, wählt die kräftigsten aus, um ein neues Beet damit zu bestücken. Zuvor muß der Boden dort besonders mit Nährstoffen angereichert werden, denn mehrmalstragende Erdbeeren bringen das ganze Jahr über Spitzenleistungen, die zehren. Zu empfehlen sind Thomasphosphat und Kalimagnesia (100 g pro m2 tief eingarbeitet) sowie Kompost auf die Oberfläche. Die Ableger werden dann in einem Abstand von 30 cm bei einem Reihenabstand von 80 cm gepflanzt
Tips zur Apfel- und Birnenernte
Von September bis Oktober kommt in manchen Jahren eine wahre Apfelschwemme auf uns zu. Da heißt es schnell und richtig pflücken, denn Geschmack, Aussehen, Größe und Haltbarkeit der Äpfel und Birnen werden vom richtigen Pflückzeitpunkt beeinflußt. Der Gärtner spricht hier von der Pflück- oder Baumreife im Unterschied zur Vollreife, die später einsetzt. Auf gut deutsch: Äpfel und Birnen dürfen weder zu früh, noch zu spät geerntet werden. Bei zu früher Ernte neigen die Früchte zum Schrumpfen, zu Hautverfärbungen, werden stippig und fade im Geschmack. Wird zu spät gepflückt, werden sie sehr schnell mehlig-weich und faulig. Der richtige Pflückzeitpunkt ist dann, wenn die Kerne braun geworden sind, grüne Früchte eine hellgrün bis grüngelbe Farbe annehmen, und rothäutige Sorten in ein leuchtendes Rot übergehen, Bei den meisten Äpfeln und Birnen löst sich beim Drehen der Frucht jetzt auch der Stiel leicht vom Zweig. Birnen müssen bei der Ernte besonders vorsichtig gepflückt und abgelegt werden. Schon kleine Druckstellen können in Fäulnis übergehen. Achten Sie vor allem beim Lagerobst darauf, daß die Wachsschicht der Haut nicht verletzt wird. Am besten die Fingernägel zur Ernte ganz kurz schneiden oder Gartenhandschuhe anziehen. Die Früchte nicht von den Zweigen reißen, damit die Blütenansätze, die sich dort für den nächsten Sommer gebildet haben, nicht verletzt werden. Keine Angst vor frühen Nachtfrösten! Äpfel am Baum sind nicht so schnell umzubringen, Bei Frost bis -2'C warten Sie einfach mit dem Pflücken, bis die Früchte aufgetaut und abgetrocknet sind. Selbst stark angefrorene Äpfel sind zu retten: Legen Sie sie in kaltes Wasser bis sie aufgetaut sind, dann abtrocknen und kühl lagern.
Vorsicht: Gewicht!
Reichtragende Apfel- und Birnbäume können unter dem Gewicht ihrer eigenen Früchte brechen. Stützen Sie deshalb »schwere« Äste ab. Gut geeignet sind Stangen mit einer Gabelung oder einem Rundeisen am vorderen Ende. Ist das Malheur bereits passiert und der Ast angebrochen, haben Sie noch eine Chance, wenn Sie sofort eingreifen: Pressen Sie die frischen Wundstellen aneinander - der Ast muß dazu gut abgestützt werden - die Wundränder werden mit LacBalsam bestrichen und fest mit Schnur umbunden.
Johannisbeersträucher vermehren
Ende September/Anfang Oktober ist die beste Zeit, wenn Sie Johannisbeersträucher vermehren möchten. Das Vermehren über Steckholz ist eine generative Vermehrung, bei der Sie Sträucher erhalten, die mit der Mutterpflanze identisch sind. Wählen Sie deshalb nur guttragende und gesunde Sorten dafür aus. Unten aus dem Strauch werden kräftige Triebe herausgeschnitten, die sich in diesem Jahr gebildet haben. Sie ergeben das beste Steckholzmaterial. Entfernen Sie alle Blätter daran, damit die Verdunstungsfläche reduziert wird. Dann wird der Trieb in Stücke mit je 6 Augen geschnitten und kommt zu 2/3 in ein lockeres Beet. Es genügt, wenn 2 Knospen darüber hinaussschauen. Die Steckhölzer sollten im Abstand von 20-25 cm in die Erde kommen. Achten Sie darauf, daß diese auch im Winter nie völlig austrocknet. Ab dem Frühjahr können Sie dann mit Austrieben rechnen. Zeigt sich nur einer, so entspitzen Sie über dem 5. Blatt, dann verzweigt sich die Jungpflanze. Bis zum Herbst haben Sie so einen 5-triebigen Strauch. Er kann nun verpflanzt werden und wird im darauffolgenden Frühjahr auf 3 - 5 Augen zurückgeschnitten.
Pfirsich- und Pflaumenbäume schneiden
Soweit es notwendig ist, kann man nach der Ernte Pfirsich- und Pflaumenbäume zurückschneiden, Jungbäume vertragen jetzt einen starken Erziehungsschnitt, ältere lassen sich verjüngen, indem man Leit- und Nebenäste stark kürzt Natürlich werden bei dieser Gelegenheit auch Konkurrenztriebe, Wasserschosse und tote oder kranke Zweige entfernt.
Mulchschicht erneuern
Ergänzen Sie im Herbst die Mulchdecke unter Beerensträuchern und auf Obstbaumscheiben. Beim Gartenputz fallen genug Abfälle dafür an. Geeignet ist jedoch nur gesundes organisches Material, das meist den Winter über verrottet. Sollte dies bis zur Blütezeit im folgenden Jahr noch nicht geschehen sein, so müssen Sie vorübergehend während Frost- und Blütezeit die Mulchdecke entfernen, weil sie Bodenfrost reflektiert. Im Mai nach den Eisheiligen wird dann erneut gemulcht.

