von Siggi am 31.01.2004, 18:38
Februar
Biologisch gärtnern was ist das?
Die Biogärtner
sind auf dem Vormarsch. Was sie von herkömmlichen Gärtnern unterscheidet, ist eine andere Einstellung zur Natur und ein anderer Umgang mit ihr. Viele Jahre trat ihr der Mensch als »homo faber« gegenüber, versuchte ihr das nach seinen Vorstellungen Beste durch Kunstdünger und chemische Schädlingsbekämpfung abzugewinnen. Biologische Gärtner bemühen sich ebenfalls um eine Ertragsoptimierung - aber auf einem anderen Wege. Leuchtende Blütenfülle, gesunde Pflanzen und große Ernten lassen sich nämlich auch dadurch erzielen, daß man Boden und Pflanzen ihren Bedürfnissen entsprechend fördert. Biogärtner lernen ein Leben lang mit und aus ihrem Garten. Sie versuchen Naturvorgänge zu verstehen, um sie für sich zu nutzen.
Bodenpflege.
Sie steht allem voran, denn nur ein gesunder, nahrhafter Boden bringt die größten Erträge. Der Biogärtner versucht deshalb die Tätigkeit der Bodenlebewesen (die organische Stoffe in nahrhaften Humus umsetzen) wo immer es geht zu unterstützen. Und das heißt: - Lockern des Bodens mit Sauzahn oder Grabgabel statt umstechen, damit die einzelnen Bodenschichten nicht umgekehrt und die Tätigkeit der Bodenlebewesen empfindlich gestört werden.
-Düngen mit organischen Stoffen oder natürlichen Mineralien statt mit Kunstdünger, der die Bodenlebewesen abtötet und die Erde versalzt.
-Schutz der Bodenoberfläche vor Sonne (Versengen, Auslaugen), Wind (Austrocknen, Verkrusten, Abtragen) und Regen (Verschlämmen) durch Mulchdecken, Gründüngung oder Flächenkompostierung.
- Kompostierung statt Abfallbeseitigung. Kompostierung ist eigentlich nichts anderes als den natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehens zu schließen. Die Nährstoffe, die dem Boden durch Wachstum und Fruchtbildung entzogen werden, kommen nach einem Verrottungsprozess (in der Natur an Ort und Stelle, im Garten geordnet auf dem Komposthaufen) wieder in ihn zurück
Mischkultur.
Neben dieser »einfühlsamen« Bodenbearbeitung steht ein »verstehender« Umgang mit Pflanzen. In Jahrhunderten des Gärtnerns hat sich ein Erfahrungsschatz über Pflanzen und ihre Besonderheiten angesammelt, auf den Biogärtner zurückgreifen. Man weiß inzwischen, daß es Pflanzen gibt, die gut miteinander auskommen, ja sich sogar gegenseitig fördern, während andere sich nicht »leiden können«. Durch Zusammenpflanzen der richtigen Partner erzielt der Biogärtner eine erstaunliche Ernte auf geringem Raum. Statt Monokulturen werden also Mischkulturen angelegt.
Schädlingsabwehr.
Beim Umgang mit Schädlingen gehen Biogärtner ebenfalls andere Wege. Schädlinge werden mit biologischen Mitteln oder mit Nützlingen (die die Schädlinge vernichten) reduziert - oder man lenkt sie durch spezielle Pflanzen dorthin, wo sie keinen Schaden anrichten können.
Aus dem Wortschatz des Biogärtners
Mulchen.
In der Natur gibt es keine bloße Erde, überall ist der Boden bewachsen oder bedeckt (mit verrottendem Laub usw.. Nackter Boden bedeutet im natürlichen Prozess Wüste. Der Biogärtner nimmt die Natur als Vorbild und deckt seine Beete ab, zum Beispiel mit halbreifern Kompost, Stroh, Laub, Rindenmulch, Plastikfolie, Brennnesseln, Beinwellblättern oder angetrocknetem Grasschnitt.
Flächenkompostierung.
Dabei wird feinzerschnittenes Mulchmaterial mit halbreifem Kompost und Kompostaufbereiter vermischt, auf der Beetoberfläche verteilt und leicht in die oberste Bodenschicht eingearbeitet. Das Ganze deckt man mit einer dünnen Mulchschicht ab. So werden die Bodenlebewesen zur direkten Verrottungsarbeit auf dem Beet angefeuert.
Gründüngung.
Ziel jeder Gründüngung ist es, den Boden luftig und locker zu machen und dabei anzureichern. Dies erfolgt durch Aussaat von Gründüngungspflanzen, deren Wurzeln den Boden tiefgründig lockern und in vielen Fällen auch Stickstoff ansammeln. Gleichzeitig decken sie die Beetoberfläche ab. Die Gründüngungspflanzen werden, wenn sie ausgereift sind, gemäht oder in den Boden als organische Anreicherung eingehackt. Die Wurzeln bleiben in jedem Fall im Boden zum Verrotten.
http://www.gemeinsam-csc.
Ich bin umgezogen!
Lieber mit kleinen Schritten versuchen etwas zu bewegen
Als auf große Schritte anderer warten.
Bis die Tage
HERR Siggi
Nicht verwand und verschwägert mit ...