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Stockfisch kein "Stockerlfisch"

Moderator: kug-team

Beitragvon Siggi am 28.02.2002, 20:44

Suche "alles" über Stockfisch.
Habe die Tage ein Buch über Skandinawien gelesen. Da lachte mich ,natürlich, der Stockfisch an. Weis nicht ob der überhaubt schmeckt. Bin aber neugierig.
http://www.gemeinsam-csc.

Ich bin umgezogen!

Lieber mit kleinen Schritten versuchen etwas zu bewegen
Als auf große Schritte anderer warten.

Bis die Tage
HERR Siggi
Nicht verwand und verschwägert mit ...
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Beitragvon Leckerchen am 01.03.2002, 09:03

Hallo Siggi!

Ich war mal dabei, als jemand einen Stockfisch ausgepackt hat. iiiiihhh! Das riecht extrem streng. Deshalb habe ich den Stockfisch auch erst gar nicht probiert. Wie der schmeckt, kann ich also nicht sagen. Mein Bekannter schwört ja darauf.

Viel Spaß mit Deinen Stockfisch-Erfahrungen wünscht :cool: Leckerchen :cool:


<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Leckerchen am 2002-03-01 09:04 ]</font>
Leckerchen
 
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Beitragvon Gast am 01.03.2002, 09:42

Hallo Siggi!
Fürs erste hab ich mal das gefunden:

Stockfisch

Wohl eine der grössten Errungenschaften der Menschheit die Haltbarmachung durch trocknen. Bereits die Wikinger trockneten einen Teil ihres Fischfangs und konnten so Proviant für den Winter und lange Seefahrten anlegen. Verwendet werden Kabeljau und Dorsch, die zwischen Grönland und dem russischen Eismeer vorkommen.. Der Stockfisch wird nach dem Fang geköpft und ausgenommen. An Land werden zwei Fische an den Schwänzen zusammengebunden und auf grossen Holzgestellen (Stöcken) getrocknet. Sie hängen ca. zwei Monate und verlieren 70% ihres Gewichts, werden hart wie ein Holzscheit.
Später sind es die Portugiesen, die auf den Entdeckungsreisen den Stockfisch mitführen. Monatelange Seefahrten sind mit gut haltbaren Lebensmitteln und verbesserter Schiffbautechnik möglich. So hat der Stockfisch einen wichtigen Schritt zum Start des weltweiten Handelns beigetragen. Die Wasserwege waren bedeutend schneller als der Transport über Land. Gewürze aus Indien, Seide aus China. Die Globalisierungsspirale beginnt sich zu drehen.

Im Mittelalter verhalf die Fastenzeit dem trocknen Fisch auch in Zentraleuropa zum Erfolg. Immer Freitags und während der ganzen Fastenzeit gehörte der Stockfisch auf den Speisezettel. Die Norweger konnten aus dem vollen fischen, die Lagerung und der Transport waren komfortabel gelöst. Durch die grossen Mengen konnte der Fisch günstig angeboten werden. So war der Stockfisch auch ein arme Leute essen. Das durch Kriege und Hungersnöte gebeutelte Europa hatte mit dem Stockfisch ein billiges, haltbares und nahrhaftes Lebensmittel zur Verfügung.

Die Stellung des Stockfisch blieb bis zum beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wichtig. Weltweit wird Stockfisch nach unzähligen verschiedenen Rezepten zubereitet. In jeder Region wurde der Fisch mit dem gegessen, was dort auch wuchs. Mit der Industrialisierung der Lebensmittelproduktion wird das aufwendige zubereiten des Fisches zum negativen Punkt. Heute wird der grösste Teil des Kabeljau tiefgefroren. ( Fischstäbli usw.) Durch den Raubbau in den Weltmeeren wurde der Fischbestand stark reduziert und statt die Fangquoten einzuhalten werden immer grössere Netze mit engeren Maschen eingesetzt.

Der technische Fortschritt im Fischfang ruiniert einen Berufsstand, wenn der Umgang mit der Natur nicht nachhaltig erfolgt.

Das Problem ist erkannt, doch ist es noch längst nicht gelöst.

So, das war mal "Geschichte", hihi.
Liebe Grüße
Bienemaus
Gast
 

Beitragvon Gast am 01.03.2002, 09:44

Hallo Siggi!

So, noch was Interessantes gefunden:

Das Mausacker Stockfischrezept

Der geklopfte* Fisch wird vier Tage im Wasser eingelegt, dass Wasser täglich mehrmals gewechselt. Danach einige Stunden gekocht (Temperatur und Dauer sind unser Geheimnis). Die grösste Arbeit beginnt unmittelbar nach dem Kochen. Das verlesen. Haut, Flossen, und Gräte werden entfernt. Übrig bleiben Filetstücke in verschiedenen Grössen. Diese werden in einer Bouillon gewärmt, abgetropft, gewürzt und mit einer Schicht "Bölleschweissi" garniert. Traditionell wird dazu Brot gereicht. Als Getränk passt der Saft ausgezeichnet, doch auch Rot und Weisswein runden das Menu perfekt ab.

* auf den Scheitstock wird der Fisch mit dem Fäustel (schwerer Hammer) bearbeitet.

Frag mich bitte jetzt nicht, was Bölleschweissi ist *gg*, bin ein original Ösi!!!
Viele liebe Grüße
Bienemaus
Gast
 

Beitragvon Siggi am 01.03.2002, 12:33

Hallo ihr Zwei
Herzlichen Dank an Bienemaus für die Nachhilfe. Aber was Bölleschweissi ist weis natürlich ein "Halbösi" wie ich, aber das bleibt mein Geheimniss.
Leckerchen du kannst dich aber anstellen wegen dem Geruch. Sei froh das du nicht dort wohnst wo der Fisch getrocknet wird.

_________________
Bis die Tage
Siggi

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Beitragvon fishpeter am 03.03.2002, 12:50

Hallo Leute. Stockfisch ist eine feine Sache, wenn man ihn richtig zubereitet.
Sehr gut können das die Bewohner der südlichen Länder am Mittelmeer.

Ein Rezept zum ausprobieren (habe es auch selber probiert und ist köstlich)

Bacalhau auf Wirsing mit Tomatensauce
400 g Getrockneter Bacalhau (Klippfisch, Stockfisch)
600 g Wirsing
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
100 ml Gemüsebouillon
50 g Schwarze Oliven
2 EL Tomatenpüree
430 g Dose gehackte Tomaten
½ TL Provencekräuter
Salz, grobkörniger Pfeffer

Zubereitung
Bacalhau (Portugal) ist ein gesalzener und getrockneter Fisch, meistens Kabeljau, der auch als Klippfisch, Lingfisch, Bacalao (Spanien und Italien) bekannt ist. Er ist lang haltbar, fettarm und sehr ergiebig. Wichtig ist, ihn zwei Tage in Wasser einzulegen und das Wasser ca. 8mal wechseln. Damit das Salz ungehindert austreten kann, mit der Haut nach oben ins Wasser legen. Zudecken und kühl stellen.
Am Zubereitungstag den Fisch aus dem Wasser nehmen und abtropfen. Die Haut abziehen. Gräte entfernen und den Fisch in mundgerechte Stücke schneiden. Trockentupfen und bereitstellen.
Den Wirsing in 8 Schnitze schneiden. Strünke entfernen und die dicken Rippen flach schneiden. Die Schnitze in breiten Streifen schneiden.
Zwiebel und Knoblauch hacken.
In einer Pfanne etwas Öl nicht zu stark erhitzen und die Hälfte der Zwiebel glasig dünsten. Wirsing mit dünsten und mit der Bouillon ablöschen. Die Oliven beifügen und zugedeckt ca. 15 Minuten garen.
In einer zweiten Pfanne etwas Öl erwärmen und die restliche Zwiebel und Tomatenpüree unter Wenden andünsten. Mit den gehackten Tomaten ablöschen und mit Kräutern, Salz und Pfeffer würzen.
In einer Bratpfanne das restliche Öl erhitzen. Fischstücke und Knoblauch hineingeben und auf mittlerer Hitze unter zeitweiligem Wenden braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Wirsinggemüse auf eine flache Platte anrichten, den Fisch darauf verteilen und mit der Tomatensauce nappieren.
Empfehlung: Reis.


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