von Roula am 25.07.2006, 20:33
Parfait-Basisrezept, Teil 1
(Beispiel: Cointreau-Parfait)
Ergibt: 4 Portionen
FUER EINE PARFAITFORM VON:
1 Liter Inhalt
PARFAITZUTATEN
300 ml Sahne
125 g Zucker
1/4 L Wasser
3 Eigelb
50 ml Cointreau
Die Sahne in einer Schüssel, in der er später geschlagen wird, im
Kühlschrank kalt stellen.
Wasser und Zucker in einem kleinen, breiten Topf zum Kochen bringen und
so lange köcheln lassen, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist.
Den Zuckersirup anschließend erkalten lassen.
Tipps zum Schlagen auf dem Wasserbad: um Eigelb und Zuckersirup perfekt
schlagen zu können, ist eine Schüssel mit rundem Boden vorzuziehen.
Die Schüssel wird auf einen Topf gesetzt - worin drei Finger hoch
Wasser steht ~ der einerseits so groß - oder so klein - ist, dass die
Schüssel gut auf dem Topfrand aufsitzt, der andererseits aber doch
über eine gewisse Höhe verfügen muss, damit die Schüssel zu keinem
Zeitpunkt mit dem Wasser im Topf in Berührung kommt. Denn das leise
köchelnde Wasser ist nur dazu gedacht, so viel Dampf abzugeben, dass
sich die Schüssel erwärmt und sich Eier und Zuckersirup durch das
gleichzeitige Schlagen zu einer Creme verbinden können. Käme die
Schüssel mit dem heißen Wasser in Kontakt, würde dies unweigerlich
ein Stocken der Eier zur Folge haben.
Eier und Zuckersirup also auf diese Weise mit dem Schneebesen so lange
schlagen, bis sich das Volumen vervielfacht hat und eine luftige Creme
entstanden ist. Der ideale Zustand ist dann erreicht, wenn sich in der
Creme deutliche Spuren des Schneebesens abzeichnen und die Creme nicht
mehr vom Schneebesen fällt.
Dieser Vorgang kann gut und gerne 10 bis 15 Minuten dauern.
Die Versuchung, auf ein elektrisches Rührgerät auszuweichen, ist
angesichts solcher Kraftakte verständlicherweise groß. Und dennoch:
NICHT AUSWEICHEN ! Denn wie soll man mit dem kleinen Schneebesen eines
Handrührgeräts so viel Luft unter die Masse schlagen, dass sich diese
vervielfacht?
Das perfekte Resultat erzielt man alleine mit einem dieser schönen,
großen Schneebesen - und mit der Entschlossenheit, alle Widerstande zu
überwinden und den kleinen Schmerzen in Arm und Handgelenk anzunehmen!
Denn spätestens beim Genuss des Parfaits sind diese vermeintlich
beinah unzumutbaren Mühen längst vergessen!
Die Creme nach dem so genannten Warmschlagen auf dem Wasserbad durch ein
feines Drahtsieb in die Schussel eines Rührwerks passieren und mit dem
Schneebesen des Rührwerks bei mittlerer Geschwindigkeit während ca.
10 bis 15 Minuten zu einer zähflüssigen Konsistenz kaltschlagen.
Falls Sie kein Rührwerk besitzen, ist dieser Vorgang genau so gut mit
dem Schneebesen in einem Eiswasserbad zu bewältigen. Wichtig ist, dass
die vormals luftige Creme - so paradox es sich anhört nicht nur wieder
"in sich zusammensinkt", sondern dass man versteht, dass nur durch die
Methode des Warm- und Kaltschlagens und den gleichzeitigen
Volumenverlust jener Zustand erreicht wird, der für die
außergewöhnliche Feinheit dieser Parfaitmasse letztlich
ausschlaggebend ist.
Den Cointreau vorsichtig unter die Creme mischen und ebenso behutsam
den geschlagenen Rahm unterheben.
Die Parfaitmasse in eine - oder auch zwei - entsprechend große
Parfait- oder Souffleformen oder in kleine individuelle Förmchen
füllen, mit Alufolie verschließen und bis zum Gebrauch - jedoch für
mindestens 8 Stunden - ins Tiefkühlfach stellen.
Variante:
Grand Marnier oder den aus einer speziellen Sorte Kirschen
hergestellten Maraschino: der eine wie der andere Liqueur ist genauso
gut für dieses Parfait geeignet wie der Cointreau.
Anrichten: siehe Teil 2 des Rezeptes
