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Gedichte, Gedanken, Aphorismen,.................

Moderator: kug-team

Beitragvon ibagangie am 03.11.2006, 13:23

Verdrossnen Sinn im kalten Herzen hegend,
Reis ich verdrießlich durch die kalte Welt,
Zu Ende geht der Herbst, ein Nebel hält
Feuchteingehüllt die abgestorbne Gegend.

Die Winde pfeifen, hin und her bewegend
Das rote Laub, das von den Bäumen fällt,
Es seufzt der Wald, es dampft das kahle Feld,
Nun kommt das Schlimmste noch, es regent.

Heinrich Heine


Ein schönes,schneefreies WE wünscht euch

Gabi
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Beitragvon fred am 03.11.2006, 22:02

....ob Eis oder Schnee, schon J.W. Goethe nahm alles, wie es kommt. Er sagte:
"Alles ist gut, wie es aus den Händen der Natur kommt."
fred
 
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Beitragvon ibagangie am 08.11.2006, 00:18

Herbsttag


Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonenuhren ,
und auf den Fluren lass Winde los.


Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage ,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.


Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachsen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.


Rainer Maria Rilke

Liebe Grüße von

Gabi
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Beitragvon ibagangie am 13.11.2006, 13:57

November


November, Held der Monatsrecken!
Schützend dick sind Deine Decken,
wärmst mit dichten Baumlaubmatten
sowohl den Wurm in Herbstrabatten
als auch die kalten Gehwegplatten,
die unser Trottoir belegen,
für jeden fröstelnd’ Zeh ein Segen,
sofern die Nachbarn nicht gleich fegen.


November, deckst uns zu mit Güssen,
legst die nassen Nebelkissen
dämpfend auf das Ach und Krach,
hältst Laut und Lärm gekonnt in Schach,
spitzer Ton wird mählich flach,
Ruhe senkt sich auf das Dach,
unter dem die klammen Socken
dampfend überm Ofen trocknen.


Warme Stube macht uns Nicken,
da meldet sich Dein kleiner Schalk.
Willst uns wohl ein Stürmchen schicken,
November, großer Blasebalg!
Nur zu! Tob’ Dich nur tüchtig aus!
Wir gehen heute nicht mehr raus.
Schließen jede Fensterlade,
wickeln Plaid um Fuß und Wade
und schlürfen heiße Schokolade.


Wir lieben Dich für Deine Launen,
für stilles Schweigen, lautes Raunen.
November, bleib’ so, wie Du bist
und sei zum Dank dafür geküsst.

Aus: „Draußen hängt die Welt in Fetzen, lass uns drinnen Speck ansetzen“ von Fritz Eckenga (Verlag Antje Kunstmann, München 2002)

Aus dem trüb-nebligen Taunus grüßt euch herzlich

Gabi
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Beitragvon ibagangie am 14.11.2006, 11:46

Und heute mal ein Songtext:

Rihanna (Unfaithful)


Mein ganzes Leben suche ich nach Aufrichtigkeit.
Aber irgendwie geht sie mir stets aus dem Weg.
Dafür ziehe ich alles Unrechte magisch an.

Er ist mehr als ein nur ein Mann,
und das mit ihm ist mehr als Liebe.
Seinetwegen bin ich im siebten Himmel.
Und meinetwegen ziehen dunkle Wolken auf.
Ich bin schon wieder nicht bei ihm.
Treue ist nicht mein Ding!

Er weiß es
und es macht ihn fertig,
wenn ich mit einem anderen Typen zusammen bin.
Ich fühle, wie er daran zerbricht.

Ich will mich bessern,
will nicht, dass jedes Mal, wenn ich ausgehe,
ein bisschen mehr von ihm stirbt.
Ich will ihm nicht mehr weh tun,
will ihm nicht das Leben nehmen
Ich will nicht zur Mörderin werden.

Ich mach mir gerade die Haare für ein neues Date.
Da kommt er.
Ein kurzer Kuss auf die Wange und ganz beiläufig die Frage,
ob’s spät wird, heute Abend.
Keine Sorge! Ich zieh nur ein bisschen mit den Mädels um die Häuser.
Wieder eine überflüssige Lüge.
Denn wir beide wussten verdammt genau, wohin ich wollte.

Unsere Liebe.
Sein blindes Vertrauen.
Genauso gut hätte ich ihm eine Kugel in den Schädel jagen können,
um die Sache zu beenden.


Paßt so schön zum Novemberblues !!!

Liebe Grüße von

Gabi
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Beitragvon ibagangie am 22.11.2006, 11:52

November

Solchen Monat muss man loben;
Keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein,
und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist 'ne wahre Pracht.

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
und sie durcheinanderwirbelt
und sie hetzt ohn' Unterlass;
Ja, das ist Novemberspaß!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelstau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Und an jeder Traufe hängt
Trän' an Träne dicht gedrängt.

O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch unvernünft'ges Toben
Schon im voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Gräuel schauen zu!

Heinrich Seidel


Liebe Grüße von

Gabi
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Beitragvon toni am 02.06.2007, 03:09

Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln:
Erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste,
zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste,
und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste.
(Konfuzius)
Bild



kalimera
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Beitragvon Springwoodmanor am 29.08.2007, 16:11

Heute habe ich ein wunderbares Gebet gefunden.
Einige werden es sicher kennen.
Ich muss zugeben, ich kannte es als praktizierende Katholikin warum auch immer nicht:

Der Sonnengesang des heiligen Franziskus von Assisi

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind Ehre, Lob und Ruhm und aller Segen.
Du allein bist würdig, sie zu empfangen, und kein
Mensch ist würdig, dich zu nennen, o Höchster.

Gelobt seist du, mein Herr!
Mit all deinen Geschöpfen,
vor allem mit der edlen Schwester Sonne.
Sie bringt uns den Tag und das Licht,
sie ist schön und strahlt in mächtigem Glanz,
von dir, du Höchster, ein Gleichnis.

Gelobt seist du, mein Herr!
Durch Bruder Mond und die Sterne.
du hast sie am Himmel gebildet,
klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr!
Durch Bruder Wind und die Luft,
durch bewölkten und heiteren Himmel und jegliches Wetter;
so erhältst du deine Geschöpfe am Leben.

Gelobt seist du, mein Herr!
Durch Schwester Wasser.
so nützlich und demütig,
so köstlich und rein.
Gelobt seist du, mein Herr!
Durch Bruder Feuer;
mit ihm erleuchtest du uns die Nacht.
Er ist schön und freundlich, gewaltig und stark Gelobt seist du, mein Herr!
Durch unsre Schwester, die Mutter Erde;
sie trägt und erhält uns,
bringt vielerlei Früchte hervor
und Kräuter und bunte Blumen.

Gelobt seist du, mein Herr!
Durch alle, die vergeben in deiner Liebe,
die Krankheit und Trübsal ertragen.
Selig, die dulden in Frieden;
sie werden von dir, o Höchster, gekrönt.

Gelobt seist du, mein Herr!
Durch unsern Bruder, den leiblichen Tod;
kein lebender Mensch kann ihm entrinnen.
Weh denen, die sterben in tödlichen Sünden.
Selig, die der Tod trifft in deinem heiligsten Willen;
denn der zweite Tod kann ihnen nichts antun.

Lobt und preist meinen Herrn und dankt und dient ihm in großer Demut
Manche wollen glänzen, ohnen einen blassen Schimmer zu haben
(Heinz Erhardt)
Marlies
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