Für alle, die Fans der amerikanischen Küche sind:
===== Titelliste (12 Rezepte) =====
Amerikanische Küche: eigenständig & multi-kulti (Info)
Chili con Tofu - asiatischer Einfluß bei den Cowboys
Fajitas mit Rind und Tomaten-Salsa
Heidelbeermuffins ...beliebt im Nordosten
Kreolischer Garneleneintopf ...zum Jazz-Rhythmus von New Orleans
Lachs-Wraps mit Gurken-Salsa
Quesadillas mit scharfer Guacamole
T-Bone-Steak mit Folienkartoffel
Tacos mit Putenfleisch
Tortilla-Chips mit Papaya-Mango-Salsa
Wraps & Tortillas & Tacos (Info)
Wraps "Seafood" aus dem trendigen Südwesten
========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.1
Titel: Amerikanische Küche: eigenständig & multi-kulti
Kategorien: USA, Infos, AmerikaKüche
Menge: 1 Info
============================== QUELLE ==============================
Diabetes-Journal Heft 9, 2002 Jahrgang 51
Rubrik: Essen & Trinken
Seite: 99-108
Autor: Marlein Auge, Foodjournalistin
1. Chili con Tofu
2. Heidelbeermuffins
3. Kreolischer Garneleneintopf
4. T-Bone-Steak mit Folienkartoffel
5. Wraps "Seafood"
Amerikanische Küche bedeutet nicht automatisch Fast-food. Natürlich
dominieren die Take-away-Restaurants ("Mitnahmerestaurants") das
amerikanische Straßenbild - sie sind aber nur ein sehr
eingeschränkter Blickwinkel auf die US-Küche: Es gibt durchaus mehr
zu entdecken als Hamburger, Pommes und Chicken Wings
(Hähnchenflügel).
Die USA sind auch kulinarisch das Land der unbegrenzten
Möglichkeiten: Es erstreckt sich über mehrere Klimazonen und bietet
damit eine breite Palette an Agrarprodukten. Kein anderes Land der
Welt hat Einwanderer aus allen Erdteilen, die ihre Kultur und viel
mehr mitgebracht haben: heimische Anbauweisen, Samen, Setzlinge,
Kochtechniken, Rezepte und Bräuche. Einen Teil ihrer Eßgewohnheiten
gab jede Immigrantenfamilie mit der Zeit auf, und ein anderer Teil
floß in eine neue, um Facetten aus anderen Nationen bereicherte
Eßkultur ein; der Prozeß ist bis heute nicht abgeschlossen, und doch
kann man von einer traditionell amerikanischen Küche sprechen. Dabei
gibt es Bräuche, die landesweit gepflegt werden, wie auch regionale
Gerichte, die für die dort lebenden Amerikaner oder für das lokale
Lebensmittelangebot typisch sind.
Die Kartoffel der Indianer
Bevor Kolumbus die Neue Welt entdeckte, gab es auf dem
amerikanischen Kontinent die indianische Kultur. Indianer hatten
ihre eigenen Kochtechniken, Rezepte, Konservierungsmethoden und
Lebensmittel. Viel ist aus dieser Epoche nicht übrig geblieben,
jedoch sind heute noch eine Menge Lebensmittel indianischen
Ursprungs und haben nicht nur die US-Küche bereichert, sondern die
Speisekammern weltweit. Dazu gehört als populärstes Beispiel die
Kartoffel; auch Tomaten, Paprika und Kürbisse reisten nach der
Entdeckung Amerikas nach Europa. Die Weißen, also die Neubürger
Amerikas, haben noch weitere Lebensmittel indianischen Ursprungs in
ihren Küchen eingesetzt und gegen europäische ausgetauscht. Dazu
gehören Kidneybohnen, Maiskörner, Wildreis, Ahornsirup und die Pute,
auch Truthahn genannt.
Europäische Gewohnheiten in den USA
Im 16. Jahrhundert brachten die spanischen Eroberer als erste
europäische Einflüsse in die rein indianische Küche. Unbekannt war
den Ureinwohnern Amerikas das Braten in und mit Fett. Die spanischen
Eroberer machten sich vor allem die vielen neuen Lebensmittel
zunutze wie Mais, Tomaten und Kartoffeln. Damit waren die Grundlagen
für Gerichte wie Tacos (mexikanisches Maiscrepe), Burritos
(Weizenfladen), Enchiladas (scharfer Maisfladen) oder Tortillas
(Maisfladen) gelegt, die heute die Renner nicht nur der
mexikanischen Küche sind: Auch im Süden der USA gibt es diese
Köstlichkeiten in der "Tex-Mex-Küche"(texanisch-mexikanische Küche).
Engländer dominieren amerikanische Eßkultur
Erst 100 Jahre später besiedelten die Engländer den neu entdeckten
Kontinent. Ihre Eßgewohnheiten haben sich in der amerikanischen
Küche am stärksten durchgesetzt. Natürlich hat dies zu tun mit den
vielen Einwohnern und der Dominanz der englischen Sprache. Am
stärksten sind die englischen Kocheinflüsse in den Nordstaaten und
an der Ostküste festzustellen. Muffins, deftige Eintöpfe und
mächtige Fleischpasteten eroberten die Hitparaden der amerikanischen
Küche sowie das viel später in England erfundene Sandwich. Auch
andere Siedler aus Mitteleuropa brachten verschiedene traditionelle
Gerichte in die USA: Sauerkraut und Kohl aus Deutschland,
Pfannkuchen aus den Niederlanden oder Hot Dogs aus Dänemark wurden
feste Bestandteile in der Alltagsküche der neuen Bewohner Amerikas.
Sklaven legten den Grundstein für die Kochdomäne des amerikanischen
Mannes:
Barbecue oder zu deutsch "Grillen" brachten die Afrikaner mit in die
USA. Viele afrikanische Frauen arbeiteten unter anderem in der Küche;
sie kochten dort die Rezepte ihrer weißen Herrschaft eins zu eins
nach und erweiterten sie um ihre Kochkunst. In der afrikanischen
Küche werden Fleisch und Gemüse gerne vor dem Kochen und Braten
mariniert. Die Idee für würzige Saucen brachten die Sklaven mit.
Ihren Herrschaften gefiel der neue scharfe Geschmack so gut, daß sie
Gewürzsaucen im professionellen Stil entwickelten. Die afrikanischen
Naturvölker kannten auch keine Pfanne: Das erjagte Wild wurde
einfach am offenen Feuer gebraten. Rauchiger Geruch und Geschmack
fanden großen Anklang in den USA. Heute ist Barbecue zum Volkssport
der Amerikaner geworden: Ein echter Amerikaner mariniert seine
Spareribs, T-Bone- oder Rib-Eye-Steaks selbst und läßt sich von
niemandem die Grillgabel aus der Hand nehmen.
American Pizza und Makkaroni-Auflauf
Italien ist eine weitere europäische Nation, die den amerikanischen
Gaumen um kulinarische Highlights erweiterte. Ende des 19.
Jahrhunderts wanderten viele Italiener aus den kargen und armen
Gegenden Süditaliens in die USA aus. Chicago und Detroit sind nicht
nur die Sinnbilder für die Mafia zu Beginn des 20. Jahrhunderts,
sondern hier wurde auch die American Pizza mit dickem Teig und viel
Belag erfunden. Viele Pasta-Gerichte, insbesondere der Makkaroni-
Käse-Auflauf, wurden mit der Zeit amerikanisiert. Die italienischen
Einwanderer "reimportierten" quasi die Tomate in die amerikanischen
Küchen. Sie wurde verwendet zum Würzen oder als Zutat von Pizza,
Pasta und Salaten. Bekanntermaßen ist sie auch das Gemüse, dem der
Ketchup, der vorher eine afrikanische Würzsauce war, seine rote
Farbe verdankt (siehe auch Diabetes-Journal 2/2002).
Enklave der franco-kanadischen Wurzeln
Tief im Süden der USA, in Louisiana, findet man die Cajun-Küche: An
den Küsten Kanadas angesiedelte Franzosen wurden nach Louisiana
verfrachtet; trotz oder gerade wegen der zweimaligen Umsiedlung
hielten sie stark an ihrer Kochkunst fest. Sie mixten ihre Rezepte
mit dem würzigen afrikanischen Kochstil und den vorherrschenden
europäischen Kocheinflüssen. Neben der Cajun-Küche gibt es die
kreolische Küche, geprägt durch spanische Einflüsse. Beide Küchen
haben sich gegenseitig stark beeinflußt und lassen sich für den
Außenstehenden nur schwer unterscheiden. Die Gerichte sind reich an
Fisch und Meeresfrüchten, haben einen hohen Anteil an Gemüse, und es
wird bevorzugt mit Reis gekocht. Die Gerichte variieren zwischen
fein- und deftig-würzig und sind in der Regel leicht verdaulich.
Jambalja, ein dicker Eintopf mit Reis, Meeresfrüchten und viel
Gemüse, ist das kulinarische Aushängeschild New Orleans und sollte
bei einem Besuch der Stadt unbedingt gegessen werden.
Asia-Food begeistert ganz Amerika
Über den Pazifik kamen viele Asiaten nach Kalifornien und
bereicherten dort die mexikanische Küche mit vielen asiatischen
Leckereien. In San Francisco wurden Tacos mit asiatischen
Gemüsefüllungen und Chili mit Tofu erfunden. Asiatisch zu kochen,
besonders das Pfannenrühren im Wok, findet bei den fitneß- und
gesundheitsbewußten Amerikanern großen Anklang. Dabei geht es nie
darum, original asiatisch zu kochen, sondern mit typisch
amerikanischen Produkten neue Rezepte zu kreieren.
Hoch lebe Fastfood!
Hamburger, Pommes und Chicken Wings sowie viele andere schnell
zubereitete Gerichte lassen uns glauben, daß sie typisch für
amerikanisches Essen sind. Dabei ist Fastfood keine amerikanische
Erfindung: Wie man bei Ausgrabungen in Pompeji feststellte, hatten
schon die Römer Imbißstände. Im Mittelalter erfanden deutsche
Wandergesellen die Würstchenbude. Richtig ist, daß erst die
Amerikaner mit Fastfood das Big Business machten. Und nur durch die
bekannten Schnellrestaurants ist amerikanisches Fast-food-Essen in
dieser Form weltweit bekannt geworden.
Die meisten dieser Restaurants setzen die verschiedenen Kochstile
aus ihrer Vielvölkerkultur ein. Hamburger, Hot Dog und Pommes sind
mitteleuropäischen Ursprungs und finden daher gerade bei uns großen
Anklang. American Pizza und Nudelaufläufe kommen als Neuheit im
Fastfood-Bereich über Umwege aus den USA nach Europa zurück. Die
Amerikaner sind ebenfalls führend mit ihren Coffee-Shops, deren
Erfolgsunternehmen Starbucks (der erste Star Bucks Coffee-Shop
eröffnete vor kurzem in Berlin) auch bald Deutschland erobern will.
Nicht vergessen werden darf wohl die bekannteste amerikanische
Brause: Coca-Cola. Sie gibt es in jedem Winkel dieser Erde zu kaufen.
Amerika hat eine Nationalküche erschaffen, die sich durchaus
eigenwillig von ihren Ursprungskulturen unterscheidet, aber dennoch
die kulturelle Vielfalt dieses riesigen Landes in schmackhafter Art
und Weise widerspiegelt. Und das ist weit mehr als nur Fast-food!
Lassen Sie sich verzaubern von kulinarische Genüssen auf
amerikanisch.
Lesetips
- "Amerikanische Küche", Stevenson/Niebergall, Falken Verlag, ISBN:
3-8068-7308-9, 19,95 €
- "Die Küchen Amerikas", Scharfenberg, Hädecke Verlag, ISBN:
3775002871, 24,90 €
- "Bagels leicht gemacht", Harich, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN: 3-
7742-1009-8, 4,50 €
- "New York Deli", Bohlmann, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN: 3-7742-
3247-4, 7,90 €
Viel Spaß bei Ihrer lukullischen Reise durch die verschiedenen
Regionen der USA mit unserem Rezeptteil wünscht Ihnen Marlein Auge.
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<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: IrisN am 2006-08-22 23:52 ]</font>

