===== Titelliste (11 Rezepte) =====
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Gewürze - Begehrt, kostbar & unverwechselbar (Info)
Currypulver, mild
Garam Masala
Marinierte Champignons
Relish und Chutneys - pikant, würzig und süß-sauer (Info)
Chutney aus frischen Tomaten
Herbstliches Pflaumen-Chutney
Kirsch-Chutney
Mango-Chutney
Stachelbeer-Relish
Zucchini-Relish
========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.1
Titel: Gewürze - Begehrt, kostbar & unverwechselbar
Kategorien: Gewürze, Infos
Menge: 1 Infos
============================== QUELLE ==============================
Diabetes-Journal Heft 7, 2000 Jahrgang 49
Rubrik: Essen & Trinken, Seite: 70-78
Autor: Birgit Hohls, Dipl.-Oecotrophologin/DA
"Ein Stück Indien und Madagaskar steckt in jedem Haushalt": Gewürze
sind mehr als nur das Salz in der Suppe. Erst die Vielfalt der
Aromen macht das Essen zum Genuß.
Gewürze zählen zu den ältesten Handelsgütern der Welt. Sie sind seit
Jahrtausenden begehrt, jede gute Küche hat ihre lange Tradition des
Würzens. Im frühen Mittelalter gehörten Gold, Seide und auch Gewürze
zu den kostbarsten Handelsgütern und waren ein seltener Luxus der
Oberschicht. Auch heute noch sind edle Gewürze kostbare Güter, die
überall auf der Welt gedeihen. Nahezu alle Gewürze haben ihre
Geschichte, viele von ihnen werden als Arzneimittel verwendet oder
haben einen hohen Symbolwert. So erhielten im antiken Griechenland
die Sieger der Olympischen Spiele keine Gold, Silber- oder
Bronzemedaille wie heute, sondern einen Lorbeerkranz.
850 g pro Jahr
Gewürzpflanzen bereichern mit ihren mannigfaltigen Aroma-, Bitter-
und Scharfstoffen unser Essen geschmacklich und regen den Appetit
und die Verdauung an. Der Gewürzverbrauch in Deutschland liegt bei
850 g pro Jahr. Spitzenreiter unter den Geschmacksveredlern sind
Pfeffer und Paprika, es folgen Kümmel, Koriander, Muskat, Nelken und
Ingwer.
Gewürze sind Pflanzenteile (Samen, Früchte, Wurzeln, Rinden,
Blätter), die wegen ihres Gehaltes an Geschmacks- und Geruchsstoffen
als würzende oder geschmackgebende Zutaten verwendet werden.
Getrocknete Teile einheimischer Pflanzen werden unter dem Begriff
"Kräuter" zusammengefaßt, obwohl die Grenze zwischen Kräutern und
Gewürzen fließend ist. Fast 200 verschiedene Gewürze sind bei uns
erhältlich. Es soll hier nur eine kleine Auswahl getroffen werden,
um Ihnen Appetit zu machen und ihre Phantasie anzuregen: Denn die
Kunst des Kochens ist die Kunst des Würzens.
Wirkung der Gewürze
Jedes Gewürz hat seinen eigenen Geschmack und Duft: charakteristisch
und unverwechselbar. Die chemischen Substanzen, die für die
Geschmacks- und Geruchsfreuden von Gewürzen verantwortlich sind,
sind "sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe": Sie dienen den Pflanzen
hauptsächlich zur Abwehr von Freßfeinden. Die aromatischen
Inhaltsstoffe der Gewürze (ätherische Öle und scharf schmeckende
Stoffe) sind sehr verschiedene, leicht flüchtige Verbindungen, die
indirekt über den Geruchs- und Geschmackssinn eine stärkere
Absonderung von Verdauungssäften verursachen.
Tip
Besuchen Sie einmal das Gewürzmuseum in Hamburg: "Hot spice" Uwe
Paap, Speicherstadt Hamburg,
Am Sandtorkai 32, 20457 Hamburg, Tel.: 040/367989, geöffnet:
Di. - So. 10.00 bis 17.00 Uhr.
Einkauf und Lagerung von Gewürzen
- Kaufen Sie nur kleine Mengen.
- Bewahren Sie Gewürze in Glas- oder Plastikbehältern gut
verschlossen auf, da sonst die flüchtigen, ätherischen Öle
verfliegen.
Gelbwurz - Kurkuma
Kurkuma wird aus den Wurzelstöcken eines südostasiatischen
Ingwergewächses hergestellt. Die knollen- oder fingerförmigen,
runzligen Wurzeln bestehen aus orangefarbenem Fleisch. Sie werden
nach der Ernte kurz überbrüht, getrocknet und gemahlen. Sie duften
würzig, schmecken leicht bitter und brennend. Die Kurkuma ist ein
wesentlicher Bestandteil des Currypulvers. Sie enthält den gelben
Farbstoff Kurkumin. Das Gewürz kommt meist pulverisiert in den
Handel.
Kümmel: der Verdauungsfördernde
Das aus Nordeuropa stammende Doldengewächs ist das älteste Gewürz
Europas; seine graubraunen Früchte (Kümmelkörner) dienen als Gewürz.
Anbaugebiete des Kümmels findet man auf der ganzen Welt; bei uns
wächst er in Mitteldeutschland. Es ist eine zweijährige Pflanze,
der Samen wird geerntet und getrocknet. Kümmel kommt ganz oder
gemahlen in den Handel. Das typische Kümmelaroma ist beißend würzig
und verdauungsfördernd. Kümmel eignet sich insbesondere für
Sauerkraut, Kohlgerichte, Quark, Käse, Brot und Kartoffeln.
Kreuzkümmel (Cumin)
Kreuzkümmel und Kümmel wirft man sprachlich zwar gerne in einen Topf
- es sind jedoch zwei verschiedene Gewürze: Das Kraut stammt aus
Turkestan, seine Samen spielen vor allem in der indischen,
chinesischen und nordafrikanischen Küche eine bedeutende Rolle. Der
Kreuzkümmel-Samen ist hell grünlich, enthält viele ätherische Öle
und schmeckt leicht bitter und scharf (Kampfer). Kreuzkümmel ist oft
Bestandteil des Currypulvers.
Schwarzkümmel
Schwarzkümmel hat mit den beiden bisher genannten Kümmelarten nichts
zu tun. Er ist ein Hahnenfußgewächs. Die dreikantigen schwarzen
Samenkörner werden im östlichen Mittelmeergebiet als Gewürz für
Backwaren (z.B. türkisches Fladenbrot) verwendet.
Muskat
Muskatbäume wachsen in allen tropischen Gebieten nördlich und
südlich des Äquators. Geerntet werden die beiden Gewürze Muskatnuß
und Muskatblüte. Die pfirsichartigen Früchte tragen unter ihrem
Fruchtfleisch einen steinigen Kern, der von einem karminroten
Samenmantel umhüllt ist. Der Kern enthält den ölhaltigen Samen - die
Muskatnuß. Der Samenmantel ist im Handel unter dem Namen Muskatblüte
oder Macis bekannt. Nach dem Aufplatzen des Fruchtfleisches werden
die Samen entfernt und getrocknet. Muskatnüsse kommen meistens ganz
in den Handel. Die Muskatnüsse werden in Kalkmilch getaucht, um
Auskeimung und Insektenfraß zu verhindern; so zeugen auch heute noch
die äußeren braun-weißen Rillen von der Behandlung mit Kalk. Die
Muskatnuß duftet sehr fein aromatisch und schmeckt charakteristisch
feurig-würzig und leicht bitter. Die beste Sorte heißt Banda-Nuß und
hat ein starkes Aroma. Die Macis hat ein feineres und dezenteres
Aroma als die Muskatnuß.
Verwendung für Reis, Teigwaren, Kartoffeln, Eier, Käse und Gebäck.
Paprika
Das Gewürzpaprika, ein Nachtschattengewächs, wird vorwiegend in
Ungarn, Spanien und Italien angebaut. Die Früchte sind sehr
unterschiedlich in Form, Farbe, Größe und Schärfe. Die Schoten
werden gepflückt, getrocknet und gemahlen. Der Gewürzstoff Capsaicin
ist in unterschiedlicher Konzentration in den Schoten enthalten,
bevorzugt in Scheidewänden und Samen. Durch das vollständige oder
teilweise Entfernen dieser Pflanzenteile läßt sich die Würzkraft
regulieren. Man unterscheidet nach der Schärfe verschiedene Klassen:
- Delikateß: hell bis dunkelrot, mild und süßlich;
- edelsüß - mittelscharf, wird aus erstklassigen, reifen Früchten
hergestellt, bei denen die inneren Scheidewände und Samen entfernt
werden;
- Rosenpaprika wird aus den ganzen Früchten gewonnen,
gelblichbraunrötlichbraun, sehr scharf;
- Cayennepfeffer ist mit dem Paprika verwandt. Die unreifen Früchte
sind grün = Peperoni. Wenn sie reif sind, werden sie glänzend
orangedunkelrot = Chili - feurig scharf. Chilischoten kommen ganz,
grob zerstoßen oder gemahlen in den Handel. Verwendung für feurig-
scharfe Fleischgerichte.
Pfeffer: der Meistverwendete
Unser meistverwendetes, exotisches Gewürz ist der Pfeffer. Pfeffer
wird in fast allen tropischen Gebieten angebaut. Er stammt von einer
Kletterpflanze aus der Familie der Pfeffergewächse, die in Kulturen
an Stangen gebunden werden. Die Früchte sind erbsengroß und ähnlich
wie Johannisbeeren angeordnet. Je nach Reifegrad und
Aufbereitungsverfahren unterscheiden wir verschiedene Pfeffersorten:
Schwarzer Pfeffer sind die noch unreifen grünen Früchte; nach der
Trocknung nehmen die grünen Früchte die typisch braun-schwarze Farbe
an. Er ist schärfer und aromatischer. Weißer Pfeffer wird aus den
reifen gelblich-grünen Früchten gewonnen. Sie werden gewässert, das
Fruchtfleisch wird entfernt und dann getrocknet. Der unreife grüne
Pfeffer wird sofort nach der Ernte in Salz- oder Essiglake gelegt.
Dadurch wird das Braunwerden verhindert, und die Beeren werden weich.
Der Rote Pfeffer wird in gleicher Weise gewonnen, wobei die Beeren
vollreif und rot sind. Pfeffer ist unser Universalgewürz.
Safran: das Teuerste
Von den frisch gepflückten Blüten der echten Safranpflanze (eine
Kokosart) werden die orangeroten Narben mit der Hand abgezwickt und
getrocknet. 1600 Narben ergeben ein Gramm Safran. Diese geringe
Ausbeute macht den echten Safran zum teuersten Gewürz der Welt.
Safran schmeckt scharf-bitter und färbt gelb. Man verwendet ihn nur
in winzigen Mengen. Vor Zugabe löst man ihn in etwas heißem Wasser
oder heißer Brühe auf.
Verwendung: Reisgerichte (z.B. Paella), Blumenkohlsuppe, Lamm- und
Fischgerichte.
Curry: die Mischung
In Indien versteht man unter einem Curry eines jener Gerichte, die
mit Dutzenden Gewürzen, frisch gemahlen, zubereitet werden. Wir
kennen Currypulver als fertige Mischung aus verschiedenen Gewürzen.
Das Pulver besteht zum Teil aus mehr als 12 Komponenten. Heimat
dieser Gewürzmischung ist Indien: Dort bereitet man Curry aus
frischen Zutaten je nach Region traditioneller Überlieferung zu.
Standardgewürze, die häufig verwendet werden, sind: Curryblätter,
Gelbwurz, Bockshornklee, Ingwer, Pfeffer, Kreuzkümmel, Chili,
Koriander, Paprika, Piment und Senfsamen. Die tragende Rolle kommt
in allen Currymischungen der Gelbwurz zu, sie bestimmt den Farbton.
Die Gewürzmischung ist gelblich bis braun und hat einen süßpikanten
bis scharfen Geschmack. "Madras" heißt eine Currymischung, wie man
sie um die Stadt Madras im Süden Indiens schätzt. Sie ist meist
schärfer als andere Varianten.
In Indien stand die Kunst des Gewürzmischens schon in hoher Blüte,
als die Engländer im 17. Jahrhundert in das Land kamen. Die streng
geheimgehaltenen Rezepte wurden von Generation zu Generation vererbt.
Aus den Mischungen bereiten die Inder eine scharfe Sauce mit dem
Namen "Kadhi". Da die Engländer das "dhi" nicht aussprechen können,
machten sie "rry" daraus, also "Karry" oder in englischer
Schreibweise "Curry".
Vanille: die Königin
Die "Königin der Gewürze" wurde gemeinsam mit ihrer Heimat Mexiko
von den spanischen Eroberern entdeckt. Vanille ist die Kapselfrucht
einer Kletterorchidee. Eine kleine Kostbarkeit sind die braunen
Schoten der Natur-Vanille bis heute geblieben, unnachahmlich in Duft
und Geschmack. Die Zucht und Weiterbehandung der Vanilleschoten ist
kompliziert und erfordert viel mühevolle Handarbeit. Die natürliche
Bestäubung ist nur durch eine bestimmte mexikanische Bienenart und
durch Kolibris möglich. Seit der Entwicklung der künstlichen
Bestäubung (von Hand) wird die Vanille u. a. in Madagaskar, Reunion,
Komoren, Sri Lanka und Java angebaut.
Frisch gepflückt, sind die Schoten noch geruchlos.
Das typische Vanillearoma (Vanillin) entwickelt sich erst während
der Fermentation, wobei sich die grünen Früchte schwarzbraun färben
und das angenehme Aroma sich entwickelt. Erstklassige Schoten sind
tiefbraun, elastisch mit wachsartiger, glänzender Oberfläche.
Die Würzkraft wird u. a. von ihrem Gehalt an Vanillin bestimmt.
Vanillearoma muß nicht echte Vanille sein. Das teure Gewürz wird
meist durch das wesentlich billigere synthetisch hergestellte
Vanillin ersetzt.
Tip: Ein sicheres Zeichen dafür, daß Natur-Vanille verwendet wurde,
sind die kleinen schwarzen Pünktchen, die vom Vanillemark stammen.
Sie können in gut sortierten Gewürzregalen echte gemahlene Bourbon-
Vanille kaufen, die praktisch in der Handhabung ist und das volle
Aroma der Vanille liefert.
Zimt
Zimt ist die getrocknete Innenrinde des Zimtbaumes (Lorbeergewächs).
Der Herstellungsprozeß ist kompliziert. Man unterscheidet zwei
Zimtarten: Chinazimt und Ceylonzimt (Kaneel). Die Namen verraten
gleichzeitig die Herkunft, wobei beide Sorten heute auch in anderen
Ländern mit tropischem Klima angebaut werden. Sie unterscheiden sich
jedoch in Geschmack und Aussehen. Der Chinazimt enthält korkige
Rinde, schmeckt daher intensiv und leicht herb. Bei Ceylonzimt wird
die Borke entfernt, daher hat er ein leichteres, süßes Aroma.
Besonders fein und dünn ist hier die geschälte Rinde junger
Schößlinge, die sich von beiden Seiten zusammenrollen, bis sie
getrocknet sind. Zimtpulver ist meist eine Mischung verschiedener
Sorten.
Das 1 x 1 des Würzens
Die richtige Auswahl und Dosis der Gewürze hängt vom persönlichen
Geschmack und dem entsprechenden Gericht ab.
Sparsam würzen. Nicht zu viele Gewürze verwenden. Der Eigengeschmack
der Speisen soll erhalten bleiben.
Anstelle von Kochsalz öfter Gewürze verwenden. Gewürze wirken
appetitanregend und verdauungsfördernd.
Ungemahlene Gewürze sind lange haltbar. Die ätherischen Öle sind in
Pflanzenzellen eingeschlossen. Deshalb frisch gemahlene Gewürze
verwenden, sie sind besonders aromatisch.
Beim Einfrieren von Speisen beachten: Folgende Gewürze verlieren an
Aroma - Anis, Muskat, Paprika und Pfeffer.
Heute wird eine Fülle von Gewürzen und Gewürzmischungen angeboten.
Immer wieder kommen Neue hinzu. Diabetiker können und dürfen alle
Gewürze verwenden. Sie sollen sie oft und vielfältig einsetzen, um
das Essen schmackhaft und abwechslungsreich zu gestalten.
Büchertips:
1. Farrington, K.: Kräuter und Gewürze. Gondrom Verlag 1999, 20,00 DM
2. Graze, R.: Gewürze. Taschenbuch Verlag 1999, 16,90 DM
3. Köthe, A.; Ollech, Y.: Die Kunst des Würzens. Girschek Verlag
2000, 34,80 DM
4. Küster, H.: Kleine Kulturgeschichte der Gewürze. 22,00 DM
5. Lafer, J.: Johann Lafer kocht mit Kräutern und Gewürzen. Falken
Verlag 1997, 29,90 DM
6. Norman, J.: Das große Buch der Gewürze. AT Verlag 1999, 59,90 DM
7. Pahlow, M.: Gesunde Gewürze. Hirzel Verlag 2000, 29,00 DM
8. Rias-Bucher, B.: Kräuter und Gewürze. Heyne Verlag 1997, 44,00 DM
9. Stella, A.: Das Buch der Gewürze. Heyne Verlag, 1999, 98,00 DM
10. Swahn, J.-Ö.: Gewürzkunde. Orbis Verlag 1998, 10,00 DM
11. Zittau, J.: Lexikon der Gewürze. Südwest Verlag 1999, 9,90 DM
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<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: IrisN am 2006-10-17 23:07 ]</font>

